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Grußwort zum Richtfest von Dr. Michael Wegner

Grußwort Richtfest „M 1 - Haus der Evangelischen Kirche in Mannheim“

Liebe Bauleute, sehr verehrte Gäste, liebe Kirchenleute!

Die Erbauung seines Hauses regt einen Bauherrn derartig auf, dass er diesen Vorgang dreimal feiert: bei der Grundstein­legung, nach der Errichtung des Dachstuhles und schließlich bei der Einweihung und dem Einzug.

Das ist nicht verwunderlich. Denn was verbinden wir nicht alles mit „Haus“! – Ursprünglich heißt Haus „Hülle, Bedeckung“. Dann bezeichnet das Wort auch Menschen und Völker, die sich auf ein Haus beziehen, wie das „Haus Israel“ und das „Haus Baden“.

Schier endlos ist die Liste der mit dem Haus verbundenen Haustiere und Hausfreunde, Hausgötter und Hausierer. Die Erhaltung des Hauses wird zum Ausgangspunkt planenden Wirtschaftens, wenn wir vom Haushalt sprechen. Und das griechische Wort für Haus, „Oikos“, steckt in Ökonomie, Ökologie und Ökumene.

Das Haus hat sich ausgeweitet zu einem identitätsstiftenden Begriff für Familien, Institutionen und Völker – und so auch für die Kirche.

So hat, wer sich ein eigenes Haus bauen kann, wahrlich dreifachen Grund zum Feiern: bei der Grundsteinlegung seine Verankerung auf einem Grundstück, bei der Einweihung den Beginn seines neuen Lebens und Wirtschaftens.

Die mittlere Feier, das Richtfest, ist ganz den Bauleuten gewidmet, den aus nah und fern herbeigekommenen Menschen, die vom Fundament bis zur höchsten Spitze das eigentliche Gehäuse des Hauses geschaffen haben.

Wenn der Dachstuhl errichtet ist, dann wird erkennbar, was der Architekt entworfen hat, dann wird die Grundstruktur des Gebäudes sichtbar, die tragenden Mauern, die Öffnungen für Fenster und Türen in den einzelnen Geschossen und schließlich die Konturen des Dachstuhls, auf dem das Dach ruhen wird, die abschließende Hülle und Bedeckung der neuen Begegnungs- und Arbeitsräume.

In diesem Stadium war früher die wesentliche Arbeit geleistet. Deshalb wird beim Richtfest der Bauherr daran erinnert, und er wird sich dessen bewusst, was er (und oft viele Generationen nach ihm) dem Können und dem Einsatz der eigentlichen Erbauer seines Hauses verdankt.

So danke ich Namen der Evangelischen Kirche in Mannheim allen Bauleuten, die mit ihren Händen und Maschinen dieses Haus bis hierher errichtet haben, insbesondere den Männern aus Portugal, denen wir bei ihrer Arbeit bewundernd zugeschaut haben und den wir zugehört haben, nicht nur beim nervenden Baulärm, sondern auch beim wohlklingenden Baugesang, der uns immer wieder vergnügt gestimmt hat.

Wir hoffen, dass Sie diese Baustelle und Mannheim in guter Erinnerung behalten werden, und danken Ihnen allen für Ihr Werk, das Gott beschützen möge als Menschen verbindendes und identitäts­stärkendes Haus der Evangelischen Kirche in Mannheim.

29.02.08 M. Wegner

[ Eintrag von: Ekma ]

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