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Dekan Günter Eitenmüller

9/11

Für den Frieden – gegen die Gewalt

Interreligiöse Feierstunde am 11. September 2011

in der CityKirche Konkordien

 

Begrüßung durch Dekan Günter Eitenmüller

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder,

 

zwischen Zuckerfest und Jom Kippur liegt der heutige Tag, der 11. September; zwischen den Versöhnungsfesten des Judentums und des Islam – ein Hoffnungszeichen? – Ja, ein Hoffnungszeichen!

 

Wir erinnern uns heute an die Ereignisse am 11. September 2001 in New York und Washington und an das, was folgte in Afghanistan, dem Irak und sonst wo. Wir erinnern uns an die Opfer und deren Angehörige vor 10 Jahren und der

Folgezeit. Wir erinnern uns an viele Einzelne, die verfolgt und gequält wurden- Schuldige und Unschuldige. Und wir vergessen auch nicht die jüngsten Opfer des Terrorismus in Norwegen, in Oslo.

 

Terrorismus motiviert sich sehr unterschiedlich; Menschenverachtung ist ihm gemeinsam.

 

Das Forum der Religionen in Mannheim, an dem seit geraumer Zeit Leitungspersönlichkeiten der jüdischen Gemeinde, verschiedener muslimischer Gemeinden, der beiden christlichen Kirchen, sowie der Orthodoxie angehören, haben zu dieser interreligiösen Gedenkfeier eingeladen. Herzlichen Dank dafür, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind. Besonders danke ich unserem Oberbürgermeister, Herrn Dr. Kurz, für sein Kommen und Mitwirken;

 

Ebenso Frau Althaus von der jüdischen Gemeinde,

Herrn Glocker von der katholischen Kirche,

Frau Al-Nasik und Herrn Kamran aus muslimischen Gemeinden,

ebenso dem muslimischen Musiker Herrn Ungan

und Frau Sobottke von der Evangelischen Kirche sowie Frau Elisabeth Göbel, die die Orgel spielt.

 

Damals, als wir vor 10 Jahren hier zusammen kamen, betrauerten wir nicht nur die Opfer und ihre Angehörigen, wir machten auch deutlich: Rache darf es nicht geben; die Spirale des Hasses und der Gewalt ist abzubiegen; nicht die Suche nach Sündenböcken, sondern die Suche nach mehr Gerechtigkeit hat unser Handeln zu bestimmen.

 

Die Fähigkeit zum Bösen ist Teil unserer Freiheit. Und diese Fähigkeit steckt in uns allen, in jedem Einzelnen von uns. Auch alle Gruppierungen stehen immer wieder vor der Entscheidung, der goldenen Regel, dem kategorischen Imperativ zu folgen – oder nicht.

Juden, Christen und Muslime sind ihren Wesen gemäß friedliebende, den Frieden wünschende und befördernde Religionsgemeinschaften.

Vor Menschen, die vorgeben, Gottes Willen zu erfüllen und ihre Religion für irgendwelche Zwecke missbrauchen, ist keine Gemeinschaft sicher.

 

Wir möchten heute mit dieser interreligiösen Gedenkfeier des Mannheimer Forums der Religionen nachdrücklich feststellen: Juden, Christen und Muslime setzen sich für Gerechtigkeit und Frieden ein, wissend, dass wir Gottes Hilfe dazu benötigen.

Deshalb beten wir zu Gott und bitten um seinen Beistand. Er möge auch in dieser Abendstunde mit seinem Geist der Liebe bei uns sein und uns in unserem Tun und Wollen segnen.

 

[ Eintrag von: Ekma ]

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