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ACHTUNG: ZWIESPÄLTIGES GEFÜHL

„Es war ein zwiespältiges Gefühl für mich, gegen Polen zwei Tore zu schiessen. Ich bin in Polen geboren, deshalb habe ich nach den Toren auch nicht gejubelt.» sprach Lukas Podolski in jener unnachahmlichen Art, die jeder zweite Parodist nachahmt.

Es ist auch ein zwiespältiges Gefühl für den Zuschauer gewesen: Einer, der gewinnt, sich aber darüber nicht freut - einer, der gefeiert wird, aber nicht feiert - oder: einer, der den besiegten Gegner achtet.

„Wir haben nicht gewusst, wo wir stehen.“ behauptete Michael Ballack, der Fußball- und Medienprofi, dem man so gerne alles glauben würde, aber bei dem auch immer der Kappitän durchscheint, der nicht sagt, was er denkt, sondern was er denkt, dass es gehört werden will. Nach überlegener Qualifikation, nach 2 Jahren mit dreieinhalb schwachen Spielen weiß man, wo man steht. Aber den Gegner größer zu reden, als er war, zeigt, dass man Achtung hatte vor ihm.

Die polnischen Boulevardblätter (teilweise aus dem deutschen Hause Springer) hatten diese Achtung vermissen lassen, vor dem Spiel. Sie zeigten blutrünstige Schlachtenaufnahmen mit abgeschlagenen Köpfen und erinnerten an historische Siege, das als „geschmackloses martiales Kampfgeschrei bewertet wurde“ (und was es auch war)

Wie die Schlagzeile nach dem Spiel lautete? „Kubica schlägt die Deutschen“. Ja, das war so. In der Formel 1. Gestern Abend, beendet zu Spielbeginn bei der EM.

Dass die polnischen Blätter ausweichen mussten auf ein anderes Thema, hing vielleicht auch mit der Reaktion des Doppel-Torschützen zusammen; er, der den Respekt erkennen ließ, eignete sich (obwohl doch eigentlich als möglicher „Verräter“ hundertprozentig passend) nun schlecht als Feindbild.

Achtung vor dem Gegner, dem mit-spielenden, nicht das sich Lustigmachen, dass fähnchenbewehrte „Wir sind die besten und ihr nicht“-Gehabe, das wünsche ich mir mehr in unseren Stadien und auf den Public Viewing-Plätzen.

Podolski meinte zwar den jetzt gleich folgenden, in seiner unnachahmlichen Art gesprochenen Satz, einen alten Fußball-Standard-Spruch, anders, aber er wirkt in diesem Zusammenhang doch noch einmal neu:

„Wischtig is was aufm Platz“ - denn das wirkt eben auch noch bis weit nach dem Spiel.

Gruß von Daniel Maier, AG DIA

Vorausgegangene Nachgedacht zum Thema: EM 2008

IM KADER

EIN KLEINER SCHRITT

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