Oh, würden doch nur diese Spieler nicht verletzt sein. Nun auch noch Westermann. Der kann doch viele Positionen spielen und ist deshalb so wichtig. Davor trafs Ballack, den Unersetzbaren. Und schon vor der WM der Torwart-Überflieger Adler. Und Mittelfeldspieler Rolfes. Und Träsch hatte sich auch verletzt. Wer? Träsch. Ach.
Sie liegen schon bereit, die passenden Erklärungen für ein eventuelles Scheitern. "Ach, wäre doch..." Ach, wären wir doch in Ägypten geblieben. Früher war alles besser. Dieses Frühere auch das Interessanteste an dem Freundschafts-Länderspiel vom Wochenende, das wegen Oslo-Lena-itis ja beinahe unbemerkt blieb. Eine ungarische Mannschaft, deren größter Verdienst es zu sein scheint, die Erben der legendären Helden zu sein. Eine fußballbegeisterte Nation, die im Blick auf das tatsächlich damals Bessere sich selbst bedauert, und es immer wieder versäumt, einen Neuaufbau zu starten, ohne den es doch kein neues Ziel und keine neuen Wege geben kann. Ein leichter Sieg, ohne Ballack, Adler, Rolfes. Und ohne Träsch.
Immer wieder anfangen, neu anfangen, mit Rückschlägen fertig zu werden; sich nicht bescheiden, wie es hätte besser sein können oder wie es mal angeblich so viel besser war in diesem verregneten Mai keine leichte Aufgabe. Nicht für Fußballer, nicht für die Kirchen und deren Vertreter. Es gibt doch Zeichen der Hoffnung: Einen Sieg im Fußball gegen Ungarn; den ökumenischen Kirchentag. Weitermachen, und sich selbst die Hoffnung dort holen, wo sie unmittelbar erfahren werden kann: im Gebet oder in der Begegnung mit anderen Menschen, in Gesprächen oder im Alleine sein. "Immer weiter, immer weiter". Bis zum Abpfiff.