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Pfarrer Volker Schmitt-Illert verlässt den Lindenhof

"Der Gottesdienst ist mir das Wichtigste"


Nach 14 Jahren prägender Tätigkeit in der evangelischen Johannisgemeinde geht Pfarrer Volker Schmitt-Illert (65) nun in den Ruhestand. Als er 1995 auf den Lindenhof kam, fand er zwei Gemeinden vor, die es galt, gemeinsam mit den Kolleginnen  zusammenzuführen. Sein Ziel war, eine freundliche, bunte, ausstrahlende Gemeinde aufzubauen. „Dass wir das geschafft haben, macht mich sehr glücklich“, resümiert er.

Am Sonntag, 22. Februar, 17 Uhr, wird er in einem festlichen Gottesdienst von Prälatin Ruth Horstmann-Speer verabschiedet.

Die Kirche ins Dorf holen

 

„Bei uns an Johannis“ ist inzwischen ein geflügeltes Wort auf dem Lindenhof; die einladende, großzügige Ausstrahlung des Gemeindelebens wirkt weit über die Gemeindegrenzen hinaus.
Pfarrer Schmitt-Illert hat viel bewegt in diesem Stadtteil, der keine Mitte hat. Diesem „Durchgangsort“ eine Mitte zu geben, hatte er sich zur Aufgabe gemacht: „Ich wollte die Kirche ins Dorf holen“.
Dazu zählte in den 90er Jahren die Zusammenlegung von Johannis-Nord und Johannis-Süd zu einer Gemeinde. Der Gemeinde gehören rund 3.000 Mitglieder an. 2004 nutzte er das 100jährige Jubiläum der Kirche, ein Hauptwerk des Jugendstils in Mannheim, um den Innenraum in eine helle, freundliche, bunte Kirche zu verwandeln.
Anstelle von Kirchenbänken erlauben seither Stühle eine flexible Nutzung der Kirche, in der auch viele Ausstellungen, Konzerte und Veranstaltungen stattfinden.
So waren in der Reihe „Zu Gast bei Johannis“ bereits Erhard Eppler, Wolfgang Schäuble, Ursula von der Leyen und Franz Alt in dieser Kirche. Auch der Adventsmarkt mit Holzhütten vor der Kirche ist inzwischen eine geschätzte Konstante auf dem Lindenhof geworden.
Besonders freut sich Pfarrer Schmitt-Illert über die Renovierung des Turms, die der Kirche eine neue Uhr bescherte: Leuchtend, weithin sichtbar golden und nachts effektvoll angestrahlt, ein Blickfang - „ich sage es ganz unbescheiden, das war ein Geniestreich“.
Insgesamt spielt für das Gemeindeleben auch der Förderverein „Johannisfeuer“ eine große Rolle. Er sorgt dafür, dass Wünschenswertes für das Gemeindeleben auch realisiert werden könne.

 

Eine Gottesdienst-Kirche

 

Johannis sei keine normale Gemeinde, freut sich Pfarrer Schmitt-Illert.
Denn nur hier gebe es regelmäßig nicht nur sonntags, sondern auch jeden Samstag öffentliche Gottesdienste, zudem einmal im Monat einen Mittagsgottesdienst mit lecker gekochtem Essen.
Auch die Taizé-Gottesdienste, die musikalischen Gottesdienste „Laudate Dominum“ und das Tisch-Abendmahl mit Imbiss strahlten über die Gemeindegrenzen hinaus.
Zudem feierte er regelmäßig Gottesdienste in vier Altenheimen auf dem Lindenhof. Stets tritt er in weißem Gewand vor die Gemeinde und nicht im schwarzen Talar, der in der badischen Landeskirche die Amtstracht darstellt. „Für mich strahlt die Albe Wärme, Hoffnung, Freundlichkeit aus“, so Pfarrer Schmitt-Illert.

 

Von Mannheim nach Amerika und zurück

 

Ebenso prägend, wie für Schmitt-Illerts Arbeit der Fokus auf den Gottesdienst war, hat auch seine „amerikanische Zeit“ deutliche Spuren und tiefe Verbundenheit hinterlassen.
Beides sind Konstanten in der beruflichen Biografie des gebürtigen Freiburgers, der in Mannheim aufwuchs. Nach seiner Vikarstätigkeit in Wertheim war er zunächst Direktionsassistent im Wohnstift Rathsberg in Erlangen, später Leiter des evangelischen Studentenwohnheims in Konstanz. Danach übernahm er als Pfarrer die Gemeinde Michelbach im Odenwald und wechselte 1982 zur Militärseelsorge nach Mosbach und Tauberbischofsheim. Dort betreute er die Truppen auf dem Übungsplatz, organisierte viele Familienfreizeiten und erteilte lebenskundlichen Unterricht.
1985 folgte er einer Anfrage nach Washington D.C., wo er zehn Jahre lang die deutschen Truppen in den USA und in Kanada betreute.

 

In die Ferne schweifen

 

In die Neue Welt zog es ihn immer wieder. So bot er regelmäßig bis zu dreiwöchige Reisen durch die USA an, die auch über die Lindenhöfer Gemeindegrenzen hinaus Zulauf erfuhren - die inzwischen fünfte und letzte Reise startet im Mai 2009.

 

Internet und Maimarkt

 

Einen Blick fürs Weltweite zeigte Volker Schmitt-Illert auch im Zusammenhang mit der medialen Präsenz der Evangelischen Kirche in Mannheim:
Ganz maßgeblich war er an Aufbau und Weiterentwicklung der Internet-Präsenz beteiligt: am 31. Oktober 1999 (Reformationstag) ging die Evangelische Kirche in Mannheim online und präsentiert sich seither weltweit rund um die Uhr unter www.ekma.de.

 

Dass die Evangelische Kirche in Mannheim auch auf dem Maimarkt Flagge zeigt, geht auch auf seine Impulse zurück, nachdem er schon 1996 und 1997 mit einem eigenen Stand der Johannisgemeinde, einem Internetcafé mit fünf bunten I-Macs zum Schrittmacher und Ideengeber wurde. Seither zählen seine Fotos vom Maimarkt mit zu den meistgeklickten Webseiten der Internetpräsenz.

 

Auf Wiedersehen

 

Eine Woche vor seiner Verabschiedung, am 14. Februar, hat Pfarrer Schmitt-Illert noch einmal einen besonderen Gottesdienst gefeiert, den er in den 90er Jahren auf dem Lindenhof eingeführt hat.
Den „Gottesdienst für Liebende und Verliebte“ am Valentinstag. Der Gottesdienst und sein Segen, so betont er immer wieder, sei das Wichtigste für ihn. Viele Paare und Verliebte konnten das am 14.2. deutlich spüren.

 

Gottesdienste wird Pfarrer Schmitt-Illert auch nach seiner Verabschiedung aus Johannis weiterhin feiern. Nicht nur als Urlaubsseelsorger in Dänemark, sondern auch in Mannheim.
Von Sommer bis Herbst 2009 übernimmt er in Mannheim-Friedrichsfeld die Vakanzvertretung.
Wie sangen doch einst die Beatles?  „You say good-bye, I say hello”.

 

Die Vakanzvertretung in Johannis übernimmt zum 1. März Pfarrer Günther Welker, unterstützt durch Vikarin Alexandra Mager. (dv)

[ Eintrag von: Ekma ]

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