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"Frauenrechte sind Menschenrechte"

Freireligiöse Gemeinde spendet 3.000 Euro an Beratungsstelle "Amalie"



Dekan Ralph Hartmann und Peter Hübinger, Direktor des Diakonischen Werks, dankten für diese großzügige Unterstützung. Sie wird den betroffenen Frauen als konkrete Hilfe zu Gute kommen, beispielsweise für die Bezahlung von Medikamenten oder von Laborkosten. Denn viele der Frauen, die in die Beratungsstelle kommen und medizinische Versorgung benötigen, sind nicht krankenversichert und müssen die Untersuchungskosten daher selbst tragen.

Bei der Scheckübergabe in den Räumen von „Amalie“ in der Neckarstadt-West erinnerte Rainer Schrauth, Präsident des Bundes Freireligiöser Gemeinden Deutschlands, an die Frauenrechtlerin Amalie Struve (1824-1862). Sie setzte sich für Freiheit und Gleichberechtigung ein, saß wegen ihres politischen Engagements im Gefängnis und setzte anschließend ihre politische Arbeit unbeirrt weiter. „Sie gehört zu den Frauen, die im Vormärz aktiv waren, sie war aufklärend unterwegs und hat sich für die Rechte der Frauen sehr mutig und tapfer eingesetzt“, so Schrauth. Demonstrativ konvertierte das Ehepaar Struve 1846 zum Deutschkatholizismus. Aus dessen Zusammenschluss mit den protestantischen Lichtfreunden entstand die Freireligiöse Bewegung. „Insoweit fühlt sich die Freireligiöse Gemeinde Mannheim der Familie Struve historisch und inhaltlich sehr verbunden“,betont Schrauth.

Frauenrechte sind Menschenrechte

Die Schriftstellerin Amalie Struve wurde Aktivistin der Märzrevolution von 1848/49 und forderte, dass Frauenrechte auch Menschenrechte sind. Ein Satz, der heute das Café von „Amalie“ schmückt.„Wir finden es sehr gut, dass Amalie Struve auf diese Weise geehrt wird“,betont Sieglinde Duda, Vorsitzende der Freireligiösen Gemeinde Mannheim,„diese Beratungsstelle setzt sich für die Rechte von Frauen ein, das ist ganz im Sinne von Amalie Struve.“ Roland Weiß, stellvertretender Vorsitzender des Freireligiösen Wohlfahrtsverbandes hofft, dass künftig mehr Wohnraum für Aussteigerinnen aus dem Milieu zur Verfügung steht.

"Amalie" ist eine Beratungsstelle des Diakonischen Werks (DW) und wurde im Juli 2013 eröffnet. Finanziert wird „Amalie“ aus Mitteln des DW, der Stadt Mannheim, des Landes Baden-Württemberg, von „Aktion Mensch“ und durch Spenden. In den Räumen in der Draisstr. 1, zu denen ein Büro, Beratungs-, Arztzimmer und Aufenthaltsraum zählen, sind zwei Sozialberaterinnen für die Ratsuchenden da. Künftig macht „Amalie“mit zwei Kulturevents pro Jahr auf die Situation der Frauen in der Prostitution aufmerksam. „Nur wenige wissen Genaueres über die Situation der Frauen“,sagt Julia Wege, Leiterin der Beratungsstelle. Premiere ist am 30. November: Beim 1. Kulturevent von „Amalie“ tritt die Musikgruppe „Die Elben“auf, die Autorin Jana Koch-Krawczak liest um 19 und um 21.15 Uhr aus ihrem Buch „Du verreckst schon nicht“, in dem sie über ihre Geschichte als Zwangsprostituierte berichtet. Anmeldung ist empfohlen.

Kontakt und Infos: Julia Wege, Leiterin „Amalie“- Beratungsstelle für Frauen in der Prostitution, Draisstr. 1, 68167 Mannheim-Neckarstadt/West, Tel. 0621-46299530, e-mail: wege@diakonie-mannheim.de

Bildunterschrift: Freireligiöse Gemeinde (FG) unterstützt Beratungsstelle Amelie; v.l.n.r. Ute Janz und Sieglinde Duda (FR), Dekan Ralph Hartmann, Roland Weiß (FR), Rainer Schrauth (FR), Julia Wege und Peter Hübinger (Diakonisches Werk).


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