Aktuelles

Engagiert für Arbeit und Leben

Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt: Neue Räume in M1 eingeweiht

 

 

Nach mehr als fünfzig Jahren in der Mannheimer Oststadt hat der KDA seinen Sitz nun in der Mannheimer Stadtmitte, im Haus der Evangelischen Kirche, wo Dekanat und Evangelische Kirchenverwaltung, Diakonisches Werk und die Psychologische Beratungsstelle untergebracht sind. Damit wird der KDA künftig deutlich als Teil der Evangelischen Kirche in Mannheim wahrgenommen. Unter dem Motto "Engagiert für Arbeit und Leben" versucht/eher: sucht der KDA den Brückenschlag von der evangelischen Kirche hin zu den Menschen in der Arbeitswelt, aber auch zu den handelnden Akteuren in Wirtschaft und Sozialpolitik. Durch die Mitarbeit bei unterschiedlichen Projekten, bei Betriebsbesuchen, durch Gesprächsangebote an Gewerkschaften und Verbänden, bei Tagungen oder soziapolitischen Veranstaltungen möchte sich der KDA als Ansprechpartner für Themen der Arbeitswelt einbringen und Präsenz zeigen. Dabei kommt viel auf ein funktionierendes Netzwerk zu den lokalen und regionalen Unternehmen an. Vom Dienstauftrag her erstreckt sich nämlich der Tätigkeitsbereich des KDA Mannheim über ganz Nordbaden. Gerade seine arbeitsrechtlichen und sozialethischen Kompetenzen sind dabei  nachgefragt.

 

Zum hiesigen KDA-Team gehören Pfarrer Thomas Löffler, Sozialsekretär Klaus-Peter Spohn-Logé und Büroassistentin Carmen Urbach. Zusätzlich zu Büroräumen im neuen Domizil hat der KDA dort auch eine kleine Fachbibliothek mit einem integrierten Besprechungsraum, der tagsüber jedem Interessierten offensteht. Dort können Fachliteratur und Zeitschriften genutzt werden und Besprechungen beispielsweise mit dem Team der arbeitsweltbezogenen Mobbinggruppe oder Begleitworkshops für die Betriebspraktika der Theologiestudenten aus der badischen Landeskirche stattfinden.

 

Bei seinem Grußwort freute sich Dekan Ralph Hartmann auf die neue räumliche Nähe zum KDA, der jetzt ganz direkt wichtige sozial- und wirtschaftspolitische Fragestellungen in das innerkirchliche Gespräch einbringen könne. Der Leiter des KDA Baden, Akademiedirektor Siegfried Strobel aus Karlsruhe, bedankte sich bei den drei Mitarbeitern des KDA für die reibungslose Verlegung der Dienststelle nach M 1 und ihre engagierte Arbeit angesichts der geringen Personalausstattung. Immerhin hatten in der alten Dienststelle zu ihren Bestzeiten in den 80er- und 90er Jahren bis zu neun Fachkräfte mitgearbeitet.

 

In seinem Festvortrag griff der neu gewählte SPD-Bundestagsabgeordnete Prof. Dr. Lars Castellucci aus Wiesloch das Stichwort vom sozialethischen Engagement der Kirche auf. Der Abgeordnete, der einen Lehrauftrag an der Hochschule der Wirtschaft für Management hat und aus dem Bereich der evangelischen Kirche kommt, sprach über Erwartungen der Politik an die Kirche. Gegenüber der sich in unserer Gesellschaft immer mehr ausbreitenden Distanz zu Kirche, Religion und Glaube wollte sich der Neuling im Bundestag die Erwartungen an die Kirchen nicht nehmen lassen. „Die Kirche soll nahe bei den Menschen sein“, so umschrieb er das Arbeitsprogramm nicht nur für den KDA und wehrte damit jeden Gedanken an eine Kirche ab, die sich vielleicht aus der Gesellschaft zurückziehen wolle. Angesichts entfesselter Finanzmärkte und einer rigiden Sparpolitik in weiten Teilen Europas komme es darauf an, den Menschen wieder eine Orientierung zu geben. "Schenken Sie Hoffnung!", so lautete seine Bitte und zugleich Aufforderung an die Anwesenden. Damit hatte er den Kern des KDA-Motto getroffen: Sich für eine gute und sichere Arbeit der Menschen zu engagieren bedeutet auch von jener Hoffnung zu erzählen, die niemals das Leben aufgibt. Eckhardt Stadler, der für die musikalische Begleitung sorgte, nahm mit dem bekannten Gospel "We shall overcome" den angeschlagenen Grundton auf und leitete zum geselligen Ausklang im Foyer des "Kirchenhauses" über. (KDA)

Lesen Sie hier die Rede von Prof. Castelluci