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Neues Konzept für Pflegeheime

Stadtsynode stellt Weichen für zukunftsfähige Heime. Abschlussbericht von Friedhelm Klein


Unverändert stehe die Evangelische Kirche für Hilfe und Pflege, die sich am Menschen und einem christlichen Menschenbild orientiert, betonte Dr. Herbert Propfe, Vorsitzender des Finanz- und Personalausschusses der Evangelischen Kirche in Mannheim. Ziel sei, "aus einer Hand Hilfs- und Pflegedienstleistungen vom Einkaufsgang über die ambulante Versorgung bis zur Intensivpflege, von der Nachbarschaftshilfe über die Sozialstationen bis zum Pflegeheim" anzubieten.

Die erforderliche Sanierung der Heime sei "ein Kraftakt", sagte Propfe. Mehrere Gutachten attestieren den evangelischen Pflegeheimen einen teilweise desolaten Zustand. 2019 tritt zudem eine neue Heimverordnung in Kraft, deren Anforderungen die Bauten nicht genügen. Gemeinsam mit Investoren und durch eine interne Umstrukturierung könne die Neuausrichtung der evangelischen Heime bewältigt werden. In eine neu zu gründenden Gesellschaft für die Altenpflege werden die Mitarbeitenden mitgenommen, ihre tarifliche Bezahlung bleibt dabei unangetastet. Das Risiko in dem wettbewerbsintensiven Heimbereich, so Propfe, sei "einschätzbar und tragbar". Das neue, von den Synodalen mit großer Mehrheit beschlossene Konzept wird für die vier evangelischen Heime ThomasHaus, Zinzendorf-Haus, Unionshaus und Emlein-Haus umgesetzt. Begonnen wird im Thomashaus mit dem Einbau einer Großküche, die Investition beläuft sich auf rund 900.000 Euro.

Für 2014/2015 ausgeglichener Haushalt in Sicht


Die Haushaltskonsolidierung verläuft erfolgreich. In der Frühjahrssynode im April 2014 kann erstmals ein ausgeglichener Haushalt vorgelegt werden. Vor allem durch Grundstücksverkäufe und durch eigenverantwortliches Handeln in den Gemeinden ist es gelungen, den Schuldendienst stark zu reduzieren. Die auch badenweit gestiegenen Kirchensteuermittel, führte Dekan Hartmann aus, würden mit Blick auf die zukünftige Entwicklung eingesetzt: Zur Bildung der Rücklagen für die Beamtenpensionen und zur Gebäudeoptimierung. "Die Landeskirche gibt vor, dass nicht nachhaltig bewirtschaftete Flächen abgebaut werden müssen", so Hartmann. "Es geht um rund 30 % der Gebäude. Das wird uns in den nächsten sechs Jahren stark beschäftigen. In die Gebäudeoptimierung wird einiges investiert werden."

Ökumene wird erwachsen


Die 2008 zwischen der evangelischen Bezirksgemeinde Mannheim und dem Römisch-Katholischen Stadtdekanat Mannheim geschlossene ökumenische Partnerschaft hat sich bewährt und wird fortgesetzt – "mit einem kleinen Schwenk", wie Dekan Hartmann darstellte. Die ökumenische Zusammenarbeit in Mannheim lebe vor allem durch die Zusammenarbeit vor Ort und zeuge von dem "gesunden Miteinander zweier selbstbewusster Kirchen", so Hartmann. Die Gemeinsamkeiten suchen und "dennoch Raum für die je eigene Identität und je eigenen Aktivitäten" lassen, sei die Basis des ökumenischen Miteinanders.

Zukunftsweisend: die neue Geschäftsordnung


Die Mannheimer Protestanten geben sich eine neue Geschäftsordnung. Denn das aktuelle Leitungsstrukturgesetz tritt durch Beschluss der badischen Landessynode am 31.12.2013 außer Kraft und wird durch neue Rahmenbedingungen, die für die gesamte Landeskirche gelten, ersetzt. Innerhalb dieses Rahmens können sich die Kirchenbezirke eine Geschäftsordnung geben. Durchgängig sind in den Gremien unverändert mehrheitlich Ehrenamtliche vertreten. "Die gemeinschaftliche Leitung durch Ehrenamtliche und Hauptberufliche ist uns sehr wichtig", betonte Hartmann auch mit Blick auf die Kirchenwahlen am 1. Dezember. Neu ist künftig unter anderem, dass die Synode die Mitglieder des Stadtkirchenrates wählt.

Standing Ovations für Synodenvorsitzenden Klein


Am Ende der Synode mit ihren zukunftsweisenden Entscheidungen blickte Synodenvorsitzender Friedhelm Klein auf die vergangenen sechs Jahre zurück, in denen die Haushaltskonsolidierung ein zentraler strategischer Schwerpunkt war. Wichtige Personalentscheidungen, einschneidende Veränderungen und wegweisende Impulse haben die letzte Amtsperiode bestimmt: Die Synode wählte Dekan Hartmann, seine Stellvertreterin Martina Egenlauf-Linner sowie Schuldekan Andreas Weisbrod und Diakoniepfarrerin Anne Ressel ins Amt. Der Rückgang der Mitgliederzahlen in Mannheim von rund 81.000 im Jahr 2008 auf 78.000 im Jahr 2012 führte zu zahlreichen Gemeindezusammenschlüssen. Mit der KinderVesperkirche, dem Bildungsgesamtplan, der Friedensethik und dem Thema Ehrenamt brachte die Synode wichtige Inhalte auf den Weg. Mit den jetzigen Entscheidungen setzte die Synode wieder wichtige zukunftsweisende Impulse. In der konstituierenden Sitzung der Synode im Februar 2014, in der über seine Nachfolge bestimmt wird, wird Friedhelm Klein verabschiedet. (dv)

Lesen Sie hier die Rede vom Vorsitzenden der Stadtsynode Friedhelm Klein