Aktuelles

Politische Anwälte für Flüchtlinge und Asylbewerber sein

Interkulturelle Woche: Dekane fordern zu Willkommenskultur und menschenwürdiger Unterbringung auf.



Die Menschen, so Hartmann, verlassen ihre Heimat nicht aus "Abenteuer- oder Konsumlust", sondern weil sie ihr eigenes und das Leben ihrer Familienangehörigen retten wollen. Sie kämen oftmals schwer traumatisiert zu uns. "Jetzt ist es unsere Aufgabe, in unserer unmittelbaren Nachbarschaft etwas zu tun", sagte er, "Wohnraum zur Verfügung zu stellen und den Flüchtlingen gut nachbarschaftlich zu begegnen."

Flüchtlingsbetreuung gehört nicht in die Hand gewinnorientierter Unternehmen

Im Einklang mit seinem katholischen Kollegen Stadtdekan Karl Jung fordert Hartmann menschenwürdige Unterkünfte für Flüchtlinge und Asylbewerber. "In ihrem jetzigen Zustand kann die Mannheimer Unterkunft in der Pyramidenstraße keine geeignete Unterkunft sein, in der traumatisierte Menschen untergebracht werden", sagte Hartmann in seiner Predigt. Die Menschen bräuchten eine wirksame und ausreichende psychosoziale Betreuung und rechtliche Beratung. "Die Betreuung gehört in die Hand von staatlichen Stellen und Wohlfahrtsverbänden und nicht in die Hand des billigsten Anbieters",betonte Hartmann. Qualitätskriterien müssten bei den Ausschreibungsverfahren oberste Priorität haben.

Vor dem Hintergrund der Christenverfolgung in den Heimatländern vieler dieser Flüchtlinge sei es ebenso wichtig, dass sie sich in der Gemeinschaft ihrer Glaubensgeschwister aufgefangen wissen, hob Jung hervor. "Hier wird überdeutlich, was Papst Franziskus meint, wenn er formuliert: "Glaubensfreiheit ist Menschenrecht!"

Hartmann erinnerte in seiner Predigt in der katholischen Jugendkirche "Samuel" (Liebfrauenkirche) an Adam und Eva, den Urvater und die Urmutter aller Menschen. "Letztlich sind wir alle Schwestern und Brüder." (dv)

(Mannheim, 10.10.14)


Zurück zur Liste