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"Wir müssen beginnen umzudenken"

Stadtsynode: Gemeinden werden stärker regional zusammenarbeiten



Die Gesellschaft, so Hartmann, befinde sich in einem rasanten Transformationsprozess, der auch die Arbeit in den Ortsgemeinden berührt. „Kirche reagiert immer auf die Sozialräume, in denen sie wirkt“,betonte er. Künftig solle zu der starken Präsenz der Ortsgemeinden in den Stadtvierteln eine übergemeindliche Perspektive und Struktur hinzukommen: Gemeinden finden sich zu „Kooperationsregionen“ zusammen, um sich zu entlasten und zu stärken, um Dinge miteinander oder füreinander zu tun. Die Lebenssituationen, Bedürfnisse und Ansprüche der Leute seien so vielfältig, dass keine Ortsgemeinde sie als „Vollversorger“ abdecken könne, betonte Hartmann. Daher sollen die Gemeinden ihre Zusammenarbeit untereinander intensivieren. „Rendevouz“ war dabei das Zauberwort. Denn ein ganzes Jahr lang machen sich die Mannheimer Gemeinden nun auf den Weg, sich untereinander anders kennen zu lernen und neue Wege der Zusammenarbeit zu besprechen.

Rendevouz über die Gemeindegrenze hinaus

„Wir müssen beginnen umzudenken, wir müssen regional arbeiten, wir müssen handeln und Neues entwickeln“, sagte Hartmann. Die Personal- und die Gebäudesituation der Evangelischen Kirche in Mannheim erfordern ein entschiedenes Handeln. Die hohe Sanierungslast bei den kirchlichen Gebäuden sei eine große Herausforderung. „Bei der Gebäudeoptimierung brauchen wir Betrachtungsräume, die größer sind als die einzelne Pfarrgemeinde“,so Hartmann. Er warb darum, die Idee der Kooperationsregion mutig anzugehen. Explizit gehe es bei diesem neuen Kooperationsgedanken nicht um Gemeindefusionen. Das System, erläuterte Hartmann, sei noch nicht fertig, sondern werde Schritt für Schritt in den Gemeinden entwickelt. Diese sammeln in einer einjährigen Rendevouz-Phase Erfahrungen und leiten daraus Vereinbarungen ab. Auf der Herbstsynode 2015 stimmen die Synodalen über die Regelungen ab.

Was ist ein guter Gottesdienst?

Qualität stand auch im Zentrum des Beitrags von Pfarrer Christian Binder, EKD-Zentrum für Qualitätsentwicklung im Gottesdienst. Was ist ein guter Gottesdienst und woran erkennt man ihn? Gibt es Kriterien und was kann eine kollegiale Rückmeldekultur beitragen? Auch hier macht sich die Evangelische Kirche in Mannheim auf den Weg. Die Stärken stärken, Ressourcen wahrnehmen, blinde Stellen erkennen. Für 2016 sind konkrete Beratungs- und Konzeptangebote für die Gemeinden geplant. Bis dahin bewegt das Thema Gottesdienst sicherlich auch die Beratungsrunden in den Kooperationsregionen. (dv)