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Pflege braucht Solidarität der Gesellschaft

Diakonie und Caritas fordern faire Finanzierung der häuslichen Pflege


Pflege in Gefahr. Solidarität der Gesellschaft erforderlich

Es gehe darum, dass „die wertvolle Pflege erhalten bleibt“, sagte der Vorstand des Caritasverbandes Mannheim, Dr. Roman Nitsch, in seiner Begrüßung. Gemeinsam mit Peter Hübinger, Direktor des Diakonischen Werks Mannheim, machte er deutlich: „Wenn unsere Leistungen nicht auskömmlich durch Kranken- und Pflegeversicherungen finanziert werden, wird es sie irgendwann nicht mehr geben, obwohl sie dringend gebraucht werden.“ Dazu sei die Solidarität der Gesellschaft notwendig.

Pflege ist gelebte Nächstenliebe

Dem Leid der anderen nicht den Rücken kehren, sondern sich zuwenden, „das ist es, was unser Glaube, was Jesus von uns will“, sagte Diakoniepfarrerin Anne Ressel in ihrer Predigt. Die Mitarbeitenden in den Sozialstationen „sehen sich berufen und haben sich qualifiziert, um anderen Menschen zu helfen, ihr Leben zu bestehen.“ Sie nehmen sich anderer an und wirken in der „Begegnung mit „Krankheit und Hinfällligkeit, vor der weite Teile der Gesellschaft lieber die Augen verschließen“, so Ressel. Die Pflegenden bräuchten „gute Rahmenbedingungen und Strukturen im Gesundheitssystem, die tragend sind für die Menschen. Für Pflegende und für die, die Pflege brauchen.“

In der Pflege geschehe „wohl eine der intensivsten Zuwendungen, die Menschen untereinander verbinden kann“, verdeutlichte Bruder Frank Hartmann im Gottesdienst. Wenn die Pflege gefährdet sei, „gefährdet dies auch das gemeinschaftliche Wohl der betroffenen Menschen in unserem Land“.

Online-Petition

Bereits im vergangenen Jahr hatten die kirchlichen Sozialstationen mit Autokorsos in Mannheim, Freiburg und Offenburg auf ihre Unterfinanzierung aufmerksam gemacht.
Viele Bürgerinnen und Bürger auch in Baden-Württemberg unterstützten das Anliegen der Sozialstationen. Im Mai 2014 wurden dem Landtagspräsidenten Guido Wolf in Stuttgart 60.000 Unterschriften überreicht. Aktuell startet eine Online-Petition, mit der der Gesetzgeber aufgefordert wird, sich stärker mit der Refinanzierung auseinanderzusetzen. Sie trägt die Nummer Petition 55560 und kann unter epetitionen.bundestag.de mitgezeichnet werden.

Bildunterschrift: Vertreter von Caritas und Diakonie gemeinsam mit Mitarbeitenden der kirchlichen Sozialstationen auf den Stufen von St. Bernhardt, wo der ökumenische Gottesdienst gefeiert wurde. (dv)


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