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Über zweieinhalb tausend Brote

bei der Aktion "5000 Brote" in Baden

 

Auf ihrer Abschlusspressekonferenz in Berlin äußerten sich am Mittwoch dieser Woche der neue Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm aus München, und die verantwortlichen Initiatoren vom Evangelischen Verband Kirche, Wirtschaft, Arbeitswelt, vom Zentralverband der Bäckerinnung und von Brot für die Welt begeistert über dieses Projekt. Heinrich Bedford-Strohm, der selbst mit Konfirmanden in einer Münchner Backstube Brot gebacken hatte, sagt: „Die Aktion 5.000 Brote hat in den Landeskirchen und vielen Kirchengemeinden einen Nerv getroffen. Mehr als 15.000 Konfirmandinnen und Konfirmanden haben erfahren, wie viel Arbeit es ist, aber auch wie viel Freude es bringt, gutes Brot zu backen. Mehr als 900 evangelische Gemeinden in Deutschland haben mitgemacht. Dabei wurden an die 60.000 Brote gebacken und, was bis jetzt verbucht ist, rund 110.000 Euro erlöst Der Erlös der selbst gebackenen Brote wird das Sammelergebnis von Brot für die Welt in diesem Jahr deutlich erhöhen. Er kommt drei Jugendhilfeprojekten auf dem indischen Subkontinent, in Afrika und in Lateinamerika zugute.


In Baden haben sich 46 Pfarrgemeinden mit rund 700 Konfirmanden an der bundesweiten Aktion der Evangelischen Kirche beteiligt. Überall im Land von Mannheim bis Schopfheim waren die jungen Leute zusammen mit ihren Pfarrerinnen, Pfarrern und pädagogischen Begleitern voller Elan am Werk Die Partnerbäckereien hatten ihre Backstube nochmals zu einem Extratermin am Nachmittag geöffnet und viele Bäckermeister ließen es sich nicht nehmen, das gemeinsame Brot backen selbst anzuleiten. War doch eine Intention dieses Projekts gewesen, junge Menschen mit einem alten Handwerk vertraut zu machen, das zunehmend unter Nachwuchsproblemen leidet und immer mehr durch große Backfabriken und Filialketten verdrängt wird. Natürlich stand im Konfirmandenunterricht der Wert des Brotes als Grundnahrungsmittel und biblisches Symbol für die miteinander teilende Abendmahlsgemeinschaft der Christen im Mittelpunkt. Viele Mitarbeitende berichteten begeistert über den Einsatz der Konfis in den Backstuben, aber auch über die gute Kooperation mit ihrer örtlichen Bäckerei. Es hat wohl landauf landab allen Beteiligten einen Riesenspaß gemacht. Und in manchen Gemeinden auf dem Land wurden so viele Brote verkauft, dass wohl der halbe Ort mit dem selbst gebackenen Brot auf Tage hinaus versorgt war. Ungefähr 2500 Brote wurden dabei gebacken. Das entspricht zwar nur zur Hälfte der symbolischen Zahl von 5000, die an ein Speisungswunder in den Evangelien erinnern sollte. Aber auf die die gesamte EKD mit den 60.000 Broten bezogen wurde die Anzahl der Brote bei der Aktion natürlich um ein vielfaches übertroffen. Ute Sagebiel-Hannich vom badische Bäckerinnungsverband und Thomas Löffler vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt, die für die Koordination und Durchführung der Aktion in unserer Landeskirche verantwortlich waren, zeigten sich denn auch mit dem Ergebnis sehr zufrieden. „Fast 10 Prozent der Gemeinden quer durch die Landeskirche haben mit gemacht; das kann sich doch sehen lassen!“ meint Thomas Löffler. Und Ute Sagebiel-Hannich fügt hinzu: „Viele Bäcker haben sich darüber gefreut, dass sie und ihr Beruf von der Kirche so wert geschätzt wurden.“ Im Januar will Brot für die Welt das Abschlussergebnis des Verkaufserlöses bekannt geben. Man rechnet dort mit der Gesamtsumme von ca. 300.000 Euro. Doch die finanzielle Seite war diesmal nicht das Entscheidende. Entscheidend war das Miteinander der Konfirmanden in allen evangelischen Landeskirchen mit ihren Ortsbäckern. Sie haben mit ihrer Aktion deutlich gemacht: Auch das Brot lässt sich miteinander teilen, wenn es alle wollen.


Thomas Löffler, KDA-Mannheim