Aktuelles

Bundesverdienstkreuz für Manfred Froese

„Ich bin tief bewegt“

Bundesverdienstkreuz für Manfred Froese

(Mannheim, 13.04.2011) Manfred Froese ist vom Bundespräsidenten Christian Wulff mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt worden. Bei einer Feierstunde im Rathaus Neckarau überreichte Kultusstaatssekretär Georg Wacker die Auszeichnung an den Diakon und Vorstand des Vereins für Gemeindediakonie e.V. für dessen „herausragendes Engagement für diakonische Belange und den christlich-jüdischen Dialog“.

Als er zwischen den Jahren von der Auszeichnung erfuhr, erzählte Froese, war er erstaunt und freudig erschreckt zugleich. „Ich musste tief durchatmen. Es war ein großer Moment. Und heute wiederholt sich dieses Erleben. Ich bin tief bewegt.“

In seiner Laudatio würdigte Staatssekretär Wacker, Ehrenamtsbeauftragter des Landes Baden-Württemberg, Froeses herausragendes, jahrzehntelanges Engagement. „Manfred Froese hat mit seinem gesamten beruflichen Wirken besondere Akzente im Bereich der Diakonie gesetzt, behinderten Menschen neue Lebensperspektiven eröffnet und auch im christlich-jüdischen Dialog bleibende Spuren hinterlassen. Für seinen Einsatz spreche ich ihm im Namen des Bundespräsidenten Dank aus“, sagte Wacker.

Große Verdienste um Inklusion und Integration

Entscheidend sei, sagte Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz in seinem Grußwort, aus welcher Haltung heraus sich Manfred Froese beruflich und ehrenamtlich einsetze. Er betonte Froeses große Verdienste um die Inklusion, Integration und Unterstützung von behinderten Menschen aus einer „tief empfundenen ethischen Verpflichtung“ und christliche Haltung heraus. Er dankte ihm auch für sein zehnjähriges kommunalpolitisches Wirken, bei dem er sich gerade auch in schwierigen Situationen stets konstruktiv für die Sache eingesetzt habe. Manfred Froese wirke im Geiste der Toleranz. Auch im interreligiösen Dialog setze er sich ein mit einer Haltung, die so einfach klinge und gar nicht so selbstverständlich in der Praxis einzulösen sei. Der große Philosoph Gadamer habe sie formuliert: „Jeder Dialog beginnt mit der Annahme, dass der Andere Recht haben könnte.“
¨Manfred Froese wurde am 5. Juni 1946 in Landsberg/Lech geboren. Nach seiner Tätigkeit als Sekretär des Christlichen Vereins Junger Männer (CVJM) in London wurde er 1971 Mitarbeiter des Diakonischen Werkes. Als „Beauftragter für Heime und offene Diakonie“ im Mannheimer Stadtteil Rheinau war Froese der Aufbau der Sozialberatung im Übergangswohnheim für Aussiedler ein wichtiges Anliegen. 1978 wurde er geschäftsführender Vorstand des Vereins für Gemeinde, Diakonie und Rehabilitation Mannheim. Der Diakon engagiert sich seit 1986 im Bundesverband Evangelischer Behindertenhilfe, in dem er den Beratungs- und Besuchsdienst in Baden-Württemberg koordinierte. Seit 2000 setzt sich Froese als Vorsitzender der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Rhein-Neckar e.V. für den Dialog der Religionen ein. Dabei hat er u.a. die Erinnerungsarbeit an die Deportation der badischen Juden nach Gurs/Südwestfrankreich ausgebaut und den „Abraham-Pokal“ ins Leben gerufen. Dieser wird seit 2001 an Schulen in Mannheim und Ludwigshafen überreicht, die sich für Toleranz und Verständigung zwischen den Religionen einsetzen.

Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz (li) und Staatssekretär Georg Wacker gratulieren Manfred Froese. Foto: de Vos (dv)

Zurück zur Liste