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Ein baukultureller Schatz

Baukulturpreis 2015: Jonakirche ist zweite Sehstation

Ein baukultureller Schatz

(11.06.2015) Im Rahmen des Mannheimer Baukulturpreises markieren rote Betonwürfel die von einer Jury ausgewählten Bauwerke als so genannte Sehstationen. Ein quadratischer Sitzwürfel steht nun auch vor der evangelischen Jonakirche. Damit ist sie die bisher zweite Sehstation im Rahmen des diesjährigen Wettbewerbs. Der mit Informationen über den Bau versehene Würfel steht noch bis Oktober 2015 vor der Kirche.

„Die Jonakirche ist ein herausragendes Beispiel des Kirchenbaus der sechziger Jahre, das weit über seine Entstehungszeit hinauswirkt“, urteilte die Jury über diese Sehstation: Die 1960-1962 nach den Plänen von Helmut Striffler erbaute Kapelle im Stadtteil Blumenau gehört zu den bedeutendsten Beispielen des modernen Kirchenbaus.

Mit dem roten Sitzwürfel ist die Jonakirche nun als weitere Sehstation gekennzeichnet. Die Stadt Mannheim möchte das Thema Baukultur verstärkt in das Stadtbild und daher in das Bewusstsein der Mannheimer Bürger bringen. Im Rahmen des Baukulturpreises zeigen die bekannten roten Sitzwürfel baukulturelle Schätze in Mannheim.

Die Jonakirche, die im Jahr 2011 ihren 50. Geburtstag feierte, beeindruckte die Jury auf besondere Weise. „Das Besondere am Innenraum der Jonakirche ist die subtile Gestaltung der Wegführung vom Eingang zum Altar, die zeltartige Geometrie und Proportion des Kirchenraums und schließlich der dramaturgische Umgang mit dem Tageslicht. Diese drei Themen finden sich in jeder Kirche, werden aber in der Jonakirche auf äußerst virtuose und spannungsvolle Weise auf kleinem Raum inszeniert. Es entsteht im Ergebnis ein intimer Kirchenraum mit gleichzeitig großer Intensität. Die Baukonstruktion aus Sichtbeton stärkt den archaischen Charakter des vielgestaltigen Raums. Von der Kirchengemeinde wird er auch nach einem halben Jahrhundert als Heimat erlebt“, so die Jury.

Für jede Sehstation hat die Jury einen Begleittext geschrieben, der verdeutlicht, warum gerade diese Bauten als besonders gelungen gelten. Der Text ist auf der Sitzfläche des jeweiligen Betonwürfels zu lesen. Ebenso ist ein QR-Code geschaltet, mit dem per Handy direkt auf die städtische Website geleitet wird, um weitere Informationen zu dem Projekt zu erhalten. Die nächsten Standorte werden immer einige Tage vor Aufstellung des Würfels auf der Internetseite der Stadt Mannheim und über einen Flyer bekannt gegeben. Tatkräftig unterstützt wird das Baukompetenzzentrum vom Eigenbetrieb Stadtentwässerung, der die Würfel aufstellt. Am Ende der Aktion gibt es die Möglichkeit, das persönliche Lieblingsobjekt auszuwählen. Wie bereits in den vergangenen zwei Jahren wird Ende des Jahres wieder das Projekt mit den meisten Stimmen mit dem Mannheimer Baukulturpreis ausgezeichnet. Foto: Hans-Georg Merkel. (dv)