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"Die Gesellschaft braucht Menschen, die sich engagieren"

Caritas und Diakonie bündeln Kräfte, um Hilfe von Ehrenamtlichen noch besser zu koordinieren

"Die Gesellschaft braucht Menschen, die sich engagieren"

(17.09.15) Mit einem gemeinsamen Konzept bringen Caritas und Diakonie künftig die vielfältigen Unterstützungsangebote aus der Bevölkerung und die Bedarfe der Flüchtlinge besser zueinander. Dadurch kommt die Hilfsbereitschaft aus der Mannheimer Bevölkerung gezielter an: Täglich melden sich rund 100 Menschen bei den beiden christlichen Wohlfahrtsverbänden, um ihre Zeit, Sachen oder Geld zu spenden.

Hilfsbereite können sich telefonisch und per Mail bei Koordinatoren von Caritas und Diakonie melden. Von dienstags bis freitags ist täglich drei Stunden lang ein Ansprechpartner erreichbar: In persönlichen Gesprächen klären Sozialarbeiter und -arbeiterinnen ab, wie und in welchem Umfang sich die Interessenten engagieren möchten. „Für Sprachkurse und Sport, für Stadtspaziergänge und Familienpatenschaften suchen wir dringend Ehrenamtliche“, sagt Sigrid Kemptner vom Caritasverband Mannheim. Eine gut gemeinte, jedoch in keinen Kontext eingebundene Essenseinladung für ein Flüchtlingskind könne hingegen nicht vermittelt werden.

In einer Ehrenamtsbörse, die ab September wöchentlich und ab November zweiwöchentlich stattfindet, kommen interessierte Ehrenamtliche und Fachleute von Caritas und Diakonie zusammen, um konkrete Aktionen miteinander zu verabreden. Der Börsen-Ort wird jeweils im Gespräch bekanntgegeben. „Mit diesem Konzept können wir den Kontakt zwischen Gebenden und Nehmenden strukturieren und dadurch die wertvolle Unterstützung sinnvoll einbinden“, sagt Peter Hübinger, Direktor des Diakonischen Werks Mannheim.

„Unsere Gesellschaft lebt vom ehrenamtlichen Engagement“, betont Caritasvorstand Regine Hertlein. „Die Begleitung von Migranten und Flüchtlingen ist tief verwurzelt in der jüdischen und in der christlichen Tradition. Wir brauchen Menschen, die sich engagieren.“ Die Wohlfahrtsverbände können dabei aus ihrem Erfahrungsschatz aus 30 Jahren Flüchtlingsarbeit schöpfen, verfügen über tragfähige Strukturen und bieten den Ehrenamtlichen eine sorgfältige und professionelle Begleitung. Dazu gehören Schulungen und interkulturelle Trainings.

Derzeit begleiten Caritas und Diakonie rund 300 Ehrenamtliche, die in Mannheim vor allem für Flüchtlinge in der Landeserstaufnahmestelle (LEA) und im Benjamin Franklin Village (BFV) aktiv sind. Für die LEA reichen die derzeit zwölf Aktivitäten von Kleiderkammer und Sprachcafé bis zu Kultur- und Freizeitangeboten. Für die Flüchtlinge in der BFV gibt es aktuell 15 Angebote.

„Die Ehrenamtlichen sind ein großer Schatz“, weiß Regine Nock-Azari vom Diakonischen Werk. „Viele von ihnen sind ehemalige Zuwanderer, die sich als Dolmetscher einbringen oder den Neuankömmlingen die hiesige Kultur und Umgebung näherbringen.“ Ehrenamtliches Arbeiten bereitet anderen und bringt den Helfenden viel Freude. Wer sich punktuell oder längerfristig in der Flüchtlingsarbeit einbringen möchte, sollte Neugierde auf interkulturelle Begegnungen und Belastbarkeit mitbringen. Bildunterschrift: Spielenachmittag für Flüchtlingskinder in Benjamin Franklin Village. Foto: Caritas. (dv)

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