Aktuelles

Projekt „Flüchtlingspaten“ ist Gebot der Stunde

Evangelische und Katholische Kirche: 50 Gemeinden nehmen 50 Flüchtlingsfamilien auf.

Projekt „Flüchtlingspaten“ ist Gebot der Stunde

(23.09.2015) Mit einem gemeinsamen Projekt wollen die beiden großen christlichen Kirchen die Integration von Flüchtlingsfamilien stärken. Geplant ist, dass rund 50 evangelische und katholische Gemeinden  50 Flüchtlingsfamilien, die dauerhaft in Mannheim bleiben können, aufnehmen und aktiv begleiten. Für dieses Patenschaftsprojekt stellen die beiden Kirchen insgesamt 150.000 Euro zur Verfügung.

Es sei ein „Gebot der Stunde” und der aktiven Nächstenliebe, betonten der evangelische Dekan Ralph Hartmann und sein katholischer Kollege Stadtdekan Karl Jung beim Pressegespräch. Als Kirche in der Welt laute der Auftrag, zu helfen, wo Not ist. Beide Kirchen und ihre Sozialverbände engagieren sich bereits umfassend und lange in der Flüchtlingsarbeit. Angesichts der aktuellen großen gesellschaftlichen Herausforderung wollen die Kirchen nun einen Schritt weitergehen:
„Für ein friedliches Miteinander und nachhaltige Integration.“

Beide großen christlichen Kirchen sind sich ihrer vielfältigen Potenziale bewusst. Sie wollen ihre Präsenz in allen Stadtteilen mit den vielen hauptberuflich und ehrenamtlich Aktiven, ihre Räumlichkeiten und etablierten Netzwerken nutzen. „Die Gemeinden vor Ort können dadurch rund um die Kirchtürme noch stärker friedensstiftend aktiv werden“, so Dekan Hartmann. Auch Stadtdekan Jung betonte angesichts der vorhandenen Hilfsbereitschaft in den Kirchengemeinden: „Wir wollen als Kirchen durch die Bereitstellung der 150.000 Euro eine greifbare Antwort geben, durch die Mitmenschlichkeit und Barmherzigkeit erfahrbar werden.“ Das Projekt sei damit konkrete Hilfe und diene dem sozialen Frieden. Denn Bedenken und Ängste in der Bürgerschaft könnten am besten durch Begegnungen mit den Flüchtlingen überwunden werden, sind sich die beiden Dekan einig.

Das Projekt auf den Weg bringen

Bereits jetzt können sich in den Gemeinden Initiativen bilden, die die Flüchtlingspatenschaft übernehmen werden. Diese umfasst die Begleitung im Alltag. Das reicht von der Bereitstellung oder Vermittlung von Wohnraum und dessen Ausstattung bis hin zu Kleidung, Sprachkursen, der Fragen von Kita- und Schulbesuch, der Begleitung zu Behörden. Auch werden sich die beiden Kirchen als einer der größten Arbeitgeber vor Ort bei der Suche nach Arbeits- und Ausbildungsplätzen einbringen. Wesentlich wird auch sein, die Familien mit dem hiesigen Alltagsleben und seinen Gepflogenheiten vertraut zu machen. Ab Oktober gibt es zudem eine von beiden Kirchen getragene Koordinationsstelle für das Projekt.

Die finanziellen Mittel für die „Flüchtlingspaten“ stammen aus dem Etat, den beide Kirchen für den Ökumenischen Kirchentag in Mannheim eingeplant haben. Dieser Kirchentag wird 2017 anlässlich des Reformationsjubiläums gefeiert. Allerdings nun in etwas anderer, kleiner Form. Denn drei Viertel des Kirchentagsetats setzen die Kirchen nun für das Projekt Flüchtlingspaten ein. (dv/schu)

Am 1. Oktober 2015 hat die Koordinatorin des Projekts Tatjana Briamonte-Geiser ihre Arbeit begonnen. Weitere Informationen finden Sie hier