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Herzen öffnen, Horizonte weiten!

Ökumenischer Filmempfang im Haus der Evangelischen Kirche mit internationalen Gästen

Herzen öffnen, Horizonte weiten!

(20.10.2015) „Mit dem Motto Weltkino sind wir in diesem Festival-Jahr mitten in der Politik gelandet“, sagte Festival-Direktor Dr. Michael Kötz beim Ökumenischen Filmempfang im Haus der Evangelischen Kirche.

Denn auch auf Benjamin Franklin waren Festival-Spielstätten – bei den Planungen war nicht absehbar gewesen, dass dort Flüchtlinge untergebracht sein werden. Der Mensch im Blickpunkt, Weltkino eben. Denn auch beim Festival mit seinen vielen filmisch erzählten Geschichten stünden der Mensch und seine jeweiligen Lebensbedingungen im Mittelpunkt. Die liegen je nach Film in Frankreich oder in Kasachstan, auf Malta oder eben in einem Flüchtlingsboot auf dem Mittelmeer. Mit solchen Filmen würde für die Festivalbesucher die bekannte Sentenz spürbar, wonach man eigentlich überall Ausländer sei, so Kötz. Das Festival sei zugleich ein Ort, an dem sich Menschen wirklich begegnen und nicht nur im virtuellen Raum. Gleiches gelte für den traditionellen Filmempfang, zu dem die beiden großen Kirchen jedes Jahr einladen.

Kino und Kirche, hatte Dekanstellvertreterin Martina Egenlauf-Linner bei ihrer Begrüßung der Filmschaffenden, -liebhaber und –kritiker betont, verbinde ein großes Thema: „Wir schauen auf die Menschen. Wir sehen Fragen und suchen nach Antworten. Wir zeichnen und erzählen, wir bringen in Verbindung und versetzen uns oft genug in eine andere Welt.“

Die Welt intensiver wahrzunehmen, dies sei das große Angebot des Kinos, führte Dr. Peter Hasenberg, Deutsche Bischofskonferenz, in seiner Rede aus. Kino als ein Ort der Begegnung mit dem Andren, ein Ort des interkulturellen Dialogs fordere dazu auf, sich auf Geschichten einzulassen. Ungestört, nicht unterbrochen. In Zeiten, in denen sich die Kommunikation stark auf mobile Endgeräte verlagere, gehören Kino und Kirche, Theater und Konzertsaal zu den wenigen Orten, an denen man „explizit aufgefordert wird, offline zu gehen.“

Den mit 1.500 Euro dotierten Preis der Ökumenischen Filmjury hat Alejandro Guzmán Álvarez, Regisseur von "Walking Distance" gewonnen. Pfarrer Thomas Bohne, Leipzig, Präsident der Ökumenischen Filmjury, und seine Kollegen wählten ihn aus insgesamt 25 Beiträgen aus. „Das ist nicht nur Vergnügen, sondern echte Arbeit“, betont der Kirchenmann.
(dv)

Das Kino als wohltuender offline-Ort. Traditionelles Erzählen und flüchtige Bilder. Darüber sprach Dr. Peter Hasenberg beim Ökumenischen Filmempfang. Hier können Sie seine Rede nachlesen.