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Ideen und Mitmacher für Trinitatiskirche gesucht!

Berühmter Striffler-Bau soll wiederbelebt werden. Ideen können bis 1. Februar 2016 eingereicht werden

Ideen und Mitmacher für Trinitatiskirche gesucht!

Sie ist eine architektonische Perle und liegt doch seit Jahren brach: Die Trinitatiskirche in der Mannheimer Innenstadt. Ein außergewöhnlicher Ort voller Atmosphäre in einem Stadtviertel, das sich seit der Kircheneinweihung 1959 grundlegend verändert hat. Seit Jahren wird der zeitlose Sichtbetonbau nicht mehr regelmäßig genutzt. Das soll sich ändern.

Gesucht werden Ideen für eine Zwischennutzung des berühmten Striffler-Baus.


Gesucht werden Kreative und Raumphantasten, Querdenker und Visionäre, Realisten und Künstler.

Hier finden Sie ausführliche Informationen zu diesem Projekt.


(27.10.2015) Oft fehlt der Raum für Ideen. Hier ist es umgekehrt. Die seit Jahren kaum noch genutzte Trinitatiskirche in der Mannheimer Innenstadt bietet viel Raum für vielfältige Ideen. Kreative Köpfe sind nun eingeladen, für diese Architektur-Ikone eine Zwischennutzung zu entwickeln. Heute startet ein Wettbewerb, an dem sich Kreativ-Büros und Initiativen, Unternehmen und Privatpersonen beteiligen können. An drei Besichtigungsterminen ist die Trinitatiskirche für Interessierte geöffnet: Am 4. November um 15 Uhr, am 7. November um 11 Uhr und am 12. November um 8 Uhr.

Initiiert von einer Gruppe Mannheimer Unternehmer um das Kreativ-Cluster LR66 bringt das Projekt Urbanität und Kultur, Kirchen- und Stadtentwicklung zusammen. „Die Trinitatiskirche ist im Raster der Quadratestadt ein attraktiver Ort und bietet Raum und Bühne für städtisches Leben“, so Architekt Till Schweizer von LR66. Die Unternehmer des Kreativ-Clusters waren vor einem Jahr mit der Evangelischen Kirche und der Stadt Mannheim in den Dialog getreten, um nach einer sinnhaften Nutzung für die Kirche zu suchen. Gemeinsam loben sie nun eine Ausschreibung zur Zwischennutzung des bekannten Striffler-Baus in G4 aus. „Wir wollen, dass sich die Türen dieser Kirche für die Stadtgesellschaft wieder öffnen“, sagte Dekan Ralph Hartmann beim Pressegespräch. „Die Zusammenarbeit mit Kreativen und der Stadt Mannheim ist Neuland für uns. Wir freuen uns auf ein fundiertes Experiment.“ Für Christiane Ram, Leiterin des Fachbereichs Wirtschafts- und Strukturförderung, ist diese Kooperation ein „wichtiges Signal dafür, dass in Mannheim vieles möglich ist und Kreativwirtschaft mit der Stadtgesellschaft interagiert.“

Zweistufiger Wettbewerb für (halb-)öffentliche Nutzung

Die Trinitatiskirche ist architektonisch gleichermaßen aufregend und herausfordernd. Sie wirkt sakral und urban. „Kaum genutzt, bleibt ein Schatz verborgen, der wesentlich zu der Atmosphäre der Innenstadt beitragen kann“, ist sich Architekt Till Schweizer sicher, der die Ausschreibung als Vertreter des Kreativ-Clusters „LR66“ begleitet. Zunächst ist eine dreijährige Zwischennutzung geplant, die um weitere zwei Jahre verlängert werden kann. „Wir setzen ganz bewusst auf diesen temporären Ansatz, damit Ideen ausprobiert werden können“, betont Hartmann. Gewünscht sind Vorschläge für eine (halb-)öf­fent­liche Nutzung, bei der der Innenraum seine ursprüngliche Gestaltung bewahrt. Die Kirchenbänke können ausgebaut werden, zentrale Elemente wie Kanzel, Altar und Taufbecken sollen integriert sein. Denkbar ist eine Nutzung als Atelier oder Restaurant, als Tagungsraum oder Markthalle. Ausgeschlossen sind hingegen private Nutzungen, die den Raum untergliedern, wie beispielsweise Wohnungen.

Vorschläge für eine sinnhafte Nutzung dieses markanten Baus können bis zum 1. Februar 2016 eingereicht werden und nehmen teil an dem zweistufigen Verfahren. Eine 13-köpfige Jury mit Vertretern aus Stadt und Kirche, Quartiermanagement und Kreativen, Sachverständigen aus Kultur und Denkmalpflege wählt aus, welche der eingereichten Beiträge in der 2. Phase vertieft werden. Für diese Phase stehen Aufwandsentschädigungen von insgesamt 10.000 Euro zur Verfügung. Der Öffentlichkeit werden diese Entwürfe in einer Ausstellung vom 9. bis 23. Juni 2016 in der Trinitatiskirche vorgestellt.

Die heutige Trinitatiskirche wurde 1956-59 nach Plänen von Helmut Striffler (1927-2015) auf den Trümmern des Vorgängerbaus errichtet. Mit ihrer Gestaltung und Materialität ebnete der kompromisslos moderne Bau den Weg für die Gedächtniskirche in Berlin (Architekt: Egon Eiermann). Bauhistorisch ist die Trinitatiskirche einer der bedeutendsten Kirchenbauten in der badischen Landeskirche. Seit 1994 ist sie Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung (Baden-Württemberg).(dv) Foto: Thomas Ott.