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Festgottesdienst mit Verleihung der Konkordienmedaille

Festgottesdienst mit Verleihung der Konkordienmedaille

(31.10.2015)

Sehr geehrte Frau Fleckenstein, liebe Festgemeinde,

gerne und aus gutem Grund verbinden wir in Mannheim unsere zentrale Feier zum Reformationstag mit der Verleihung der Konkordienmedaille – mit der seit 2004 1 Mal im Jahr 1 Person für ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet wird.

Reform und Reformation. Diese beiden Begriffe haben dieselbe sprachliche Wurzel im Lateinischen und lassen sich übersetzen mit Erneuerung. Eine Erneuerung im Sinne einer planvollen und gewaltlosen Umgestaltung bestehender Verhältnisse. Das ist es ja, was Martin Luther ausgehend vom 31. Oktober 1517 anstrebte und das ist es auch was Ihren Weg liebe Frau Fleckstein in der Kirche stets begleitete. Sie suchten immer nach Lösungen und bestanden nicht „blind“ auf der Bewahrung des historisch Gewachsenen.

Als Sie selbst im Jahr 2002 Herrn Dr. Michael Wegener bei seiner Wahl zum Synodenvorsitzenden gratulierten und ihm diesen grünen Ampelmann mit den Wünschen überreichten, die evangelische Kirchenlandschaft in Mannheim weiter zu entwickeln und zu gestalten, haben Sie eine schöne Tradition gesetzt. Denn dieser Ampelmann wird seither an jeden neuen Synodenvorsitzenden weitergereicht. Er ist unterwegs im Mannheimer Kirchenbezirk mit Ihrer Botschaft im Blick zu haben.

Dies ist auch ein Teil Ihres Lebensmottos: Kein Stillstand, sondern Voranschreiten und Neues entwickeln. Da sind wir wieder beim Kern des heutigen Tages: reformare – Erneuerung.

Sie haben schon früh durch Ihre gemeindliche Arbeit viele Erfahrungen gesammelt. Von 1983 bis 2013 als Kirchenälteste und die längste Zeit davon auch als Vorsitzende Ihrer Philippus-Gemeinde. Hier haben Sie beispielhaft mit den Ältestenkreisen Zukunft gestaltet durch die Fusion mit der Unionsgemeinde im Jahr 2012 . Die Philippuskirche wurde als Pilotprojekt (der Gebäudeoptimierung: weniger ist mehr) unserer Landeskirche von 2006 bis 2008 umgebaut und neu gestaltet. In dieser Zeit ließen Sie sich zu Ihrer beruflichen Aufgabe als Justizrätin auch als Prädikantin ausbilden und berufen – und stehen seither vielfach auf der Kanzel. Und ich weiß es ist immer eine große Freude in den Gemeinden und in Ihrem Augustinum wenn Sie den Gottesdienst gestalten und mitfeiern. Mit großem Engagement nahmen Sie ihr Amt als Mitglied der Stadtsynode in Mannheim von 1997 bis 2014 wahr. Sie teilten Ihre Freude an der synodalen Arbeit mit anderen und gaben ihnen Motivation und Zuspruch, sich für die Arbeit im Kirchenbezirk zu engagieren und Neues zu gestalten. Reformare!

Dies war durchgängig auch Ihre Haltung als Präsidentin und erste Frau an der Spitze der Landessynode der evangelischen Landeskirche in Baden von 1996 bis 2014 sowie von 1997 bis 2009 als Mitgliedes des Rates der evangelischen Kirche in Deutschland. Ihre Disziplin und Ihr unerschöpflicher Arbeitseifer haben sich bei Ihren Wegbegleitern eingeprägt und diese stark beeindruckt. Was man an Ihnen besonders schätzte war Ihr Organisationstalent, Ihre eigenwilligen Ideen zur Lösung von Problemen und Ihren feinsinnigen Humor. Sie sind eine Frau von Format; immer auf Augenhöhe mit den Menschen die Ihnen begegnen, hilfsbereit und mit einem stets offenen Ohr.

Ihr unermüdliches, konsequentes und beharrliches Wirken wurde auch auf politischer Ebene wahrgenommen und honoriert: Sie wurden ausgezeichnet mit dem Bundesverdienstkreuz, mit der Verdienstmedaille des Landes Baden Württemberg und von der Badischen Landeskirche mit der Unionsmedaille.

Das spricht für sich.

Bei unserem Gespräch erzählten Sie mir, mit welcher Begeisterung Sie reisen und gerne Neues entdecken. Beispielsweise hat es Sie in der Camarque beeindruckt, dass man dort Wein auf Sand anbaut - und dieser auch hervorragend mundet.

Liebe Frau Fleckenstein, auch all das was Sie – bildlich gesprochen – angebaut haben, ist auf fruchtbaren Boden angekommen, und wird weiter gedeihen. Wir sind glücklich Sie bei uns zu wissen und freuen uns Sie heute mit der Konkordienmedaille zu würdigen und auszuzeichnen.

Concordia kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Eintracht. Die Einheit und Eintracht in Ihrem so ausgefüllten Leben, die Sie für sich und in Ihren Begegnungen mit so vielen Menschen angestrebt und gelebt haben. Dies zeichnet Sie besonders aus.

Es ist uns nun eine große Freude liebe Frau Fleckenstein Sie mit der Konkordienmedaille zu würdigen und darf Ihnen hierzu den offiziellen Text vorlesen:

„Alljährlich am Reformationsfest verleiht die Evangelische Kirche in Mannheim die Konkordienmedaille. Sie würdigt damit öffentlich das Engagement von Menschen, die sich in besonderer Weise um unsere Kirche verdient gemacht haben, indem sie in freiwilliger Verpflichtung als Ehrenamtliche ihre Zeit und Können zur Verfügung gestellt haben. Nach dem Beschluss des Stadtkirchenrates ist die Konkordienmedaille in diesem Jahr Frau Margit Fleckenstein zu verleihen.“