Aktuelles

Nachdenken. Umkehren. Vergeben

Buß- und Bettag: Evangelische Gemeinden laden zu Gottesdiensten ein

Nachdenken. Umkehren. Vergeben

(12.11.2015) Er erinnert an ein Kernstück des christlichen Glaubens: Umkehr, Neuanfang und Vergebung. Der Buß- und Bettag bietet eine gute Gelegenheit, über das eigene Handeln oder auch Versäumnis nachzudenken. Dazu laden die evangelischen Gemeinden am Mittwoch, 18. November ein.

Bereits um 10.30 Uhr spricht Prälat Dr. Traugott Schächtele im ökumenischen Bildungszentrum sanctclara (B5, 19, 68159 Mannheim) über die Frage „Machen gute Tagen einen Menschen gut?“ Er spürt dem Verhältnis von Glauben und Werken nach. Reicht es aus, den rechten Glauben zu haben und die Hände in den Schoß zu leben? Welchen Stellenwert hat die Ethik? Gerade der Buß- und Bettag ist ein guter Zeitpunkt, um diesen Fragen nachzugehen.

Am Frühabend feiern viele evangelische Gemeinden den Buß- und Bettag mit einem Gottesdienst. So ist dazu in der Christuskirche (Werderplatz, 68161 Mannheim) Prof. Dr. Helmut Schwier von der Universität Heidelberg zu Gast. Der Gottesdienst, den der Kammerchor musikalisch begleitet, beginnt um 19 Uhr.

Hintergrund zu Buß- und Bettag: Möglichkeit zum Neuanfang

Der Tag bietet an, über das eigene Verhalten nachzudenken, eigene Fehler zu bereuen und diese vor Gott zu bringen. Aus der Vergebung und der Liebe Gottes kann nach christlichem Verständnis die Kraft erwachsen, umzukehren und neu zu beginnen. Buße soll demnach niemanden niederdrücken und demütigen, sondern aufrichten. Der Begriff Buße ist dagegen im heutigen Sprachgebrauch weitgehend auf eine negative oder juristische Bedeutung reduziert. Davon zeugen Worte wie Bußgeld oder Geldbuße. Der erste evangelische Buß- und Bettag fand 1532 in Straßburg statt. Lange Zeit wurde er unregelmäßig begangen. Im Jahr 1852 wurde erstmals ein einheitlicher Buß- und Bettag vorgeschlagen, der jedoch erst 1934 von der Evangelischen Kirche in Deutschland flächendeckend eingeführt wurde. 1995 wurde er zur Finanzierung der Pflegeversicherung fast überall als arbeitsfreier Feiertag abgeschafft. Er ist nur noch in Sachsen arbeitsfrei. (dv)

Zurück zur Liste