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Die Stimme gemeinsam erheben – gemeinsam dem Terror widerstehen

Forum der Religionen Mannheim: Über 600 Menschen beten für Frieden

Die Stimme gemeinsam erheben – gemeinsam dem Terror widerstehen

(Mannheim 18.11.2015) Kerzen als Zeichen der Solidarität, für ein friedliches Miteinander und gegen Gewalt im Namen Gottes entzündeten am Mittwoch, 18. November, hunderte Menschen in Mannheim. Knapp 600 waren dem Aufruf des Forums der Religionen Mannheim gefolgt und hatten sich bereits am späten Nachmittag zum interreligiösen Friedensgebet in der Konkordienkirche in R2 versammelt, das Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche, der Muslime, der Juden gemeinsam gestalteten. Nochmal so viele schlossen sich zusätzlich beim anschließendenSchweigemarsch für die Opfer der Attentate von Paris, organisiert von der Deutsch-Französischen Gesellschaft und der Stadt Mannheim, vom Markt- zum Toulonplatz an.

Nicht nur Trauer und Betroffenheit beherrschten die eindrückliche Feier in dem bis auf den letzten Platz besetzten Gotteshaus, sondern vor allem Entschlossenheit, Mut, Hoffnung und eine enge Verbundenheit, die auch Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz, Erster Bürgermeister Christian Specht und viele weitere Vertreter der Stadtgesellschaft durch ihre Teilnahme bekundeten. Die in Paris zutage getretene menschenverachtende Gewalt mache nicht nur betroffen, sie treffe insbesondere auch Kirchen und Religionsgemeinschaften „weil für diese Morde der Name Gottes missbraucht wird“, hob der evangelische Dekan Ralph Hartmann hervor. Doch „wir lassen sie nicht durchkommen, wir lassen sie nicht siegen“, fand Schoschana Maitek-Drzewitzky, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mannheim, deutliche Worte. „Der Terror hat nichts mit Dir zu tun, Herr, da kann man noch so laut ,Allahu Akbar!´ schreien!“ Daher treffe man sich heute gemeinsam in einem Gotteshaus, bete gemeinsam und halte Macht, Gier, Angst und Unterdrückung „Offenheit, Toleranz und Lebensfreude entgegen“.

Der katholische Dekan Karl Jung machte deutlich: „Wir sind nicht nur Opfer der Konflikte in der Welt.“ Man lebe auch auf Kosten anderer. Er mahnte aus diesem Grund an, aus den Fehlern zu lernen. Dabei müsse auch in der Politik die Botschaft sein, dass Gewalt niemals die Lösung ist. Ishak Alesevic, Imam der Bosnischen Moschee, sowie Cezik Bektas, Imam der Marktplatzmoschee, riefen in arabischer wie deutscher Sprache dazu auf gemeinsam für das Leben aufzustehen, sich im Frieden die Hände zu reichen und „denen zu widerstehen, die uns in Hass und Gewalt hinreißen wollen.“

Der Tenor des Friedengebets setzte sich auch auf dem Toulonplatz fort, wo Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz betonte, dass all diejenigen, die Gewalt predigten, sich außerhalb unserer offenen Gesellschaft stellten. Für dieses Miteinander sei aber gerade dieser Abend ein klares Bekenntnis gewesen. Und auch der Generalkonsul der Französischen Republik in Stuttgart, Nicolas Francois Eybalin, dankte in seiner sehr persönlichen und berührenden Rede für die „Geste der Verbundenheit", die so viel Trost spende.

Was Menschen in Mannheim und der Welt über Religionen hinweg eint machte Talat Kamran, der für das Forum der Religionen auf dem Toulonplatz sprach, noch einmal deutlich: „Uns verbindet der Glaube daran, dass wir das Leben aller Menschen achten: „Uns verbindet der Glaube daran, dass wir uns dem Nächsten zuwenden. Uns eint und verbindet die Entschlossenheit, uns über die Grenzen des Glaubens oder der Herkunft hinweg füreinander einzusetzen und uns jeglicher Gewalt in den Weg zu stellen. Shalom – Selam – Friede sei mit euch.“ (schu)

"Die Terroristen wollen zusehen, wie wir Hass in den Gemeinschaften schüren. Das werden wir nicht tun." Lesen Sie hier das Grußwort des französischen Generalkonsuls von Frankreich (Gedenkfeier auf dem Toulonplatz, 18.11.2015)

"Diese barbarischen Mordtaten sind Angriffe auf die Werte unserer Gesellschaft und sie sind Angriffe auf unsere Religonen." Lesen Sie hier den Wortbeitrag des Forums der Religionen (Gedenkfeier auf dem Toulonplatz, 18.11.2015)

"Keine Gewalt im Namen Gottes. Wir werden uns von dem Weg des friedlichen Miteinanders nicht abbringen lassen." Lesen Sie hier die Reaktion des Forums der Religionen Mannheim vom 14. November 2015

 

 

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