Aktuelles

„Wir schicken niemanden hungrig weg“

Zur 19. Mannheimer Vesperkirche werden mehr als 10.000 Gäste erwartet

„Wir schicken niemanden hungrig weg“

(16.12.2015) Wie viele Bedürftige tatsächlich kommen werden, ist unklar. Doch rechnen die Veranstalter mit mehr als 10.000 Gästen in der Mannheimer Vesperkirche. Die sozialpolitische Aktion findet vom 6. bis 31. Januar 2016 in der CityKirche Konkordien statt.

Verkündigung und politisches Signal

Die Vesperkirche, betonte Dekan Ralph Hartmann beim Pressegespräch, sei „Verkündigung“. Mit ihr komme die Kirche zu ihren Wurzeln, indem sie für die Benachteiligten am Rande der Gesellschaft da ist, konkret hilft und ein politisches Zeichen setzt. „Wunder geschehen jeden Tag“ ist das Motto der diesjährigen Vesperkirche. Dieser Satz aus dem Gästebuch beschreibe treffend, was die Aktion auszeichne: „Wir sprechen von Wundern, wenn die natürliche Ordnung durchbrochen wird“, so Hartmann, „und genau das geschieht hier, wenn Menschen, die sonst immer zu kurz kommen, hier Wertschätzung erleben und als Gäste bedient werden.“

Getragen durch ein großes Netzwerk von Unterstützern und Spendern beginnt die sozialpolitische Aktion traditionell an Heilige Drei Könige. Bis Ende Januar sind 440 Ehrenamtliche und viele Konfirmandengruppen, Schulklassen und Unternehmensteams im Einsatz. „Obwohl so unglaublich viele in der Flüchtlingshilfe aktiv sind, ist die Hilfsbereitschaft für die Vesperkirche unverändert“, berichtet Pfarrerin Ilka Sobottke von der CityKirche Konkordien. Sie helfen beispielsweise beim Richten der Vesperbeutel und bei der Essensausgabe. Als Gäste kommen viele Wohnungslose und Kranke, Arme und Arbeitslose. Die Kapazitätsgrenze von 500 Gästen werde wohl wieder überschritten, doch „wir schicken niemanden hungrig weg“, so Sobottke.

Die Abwärtsspirale umdrehen

Mit offenem Ohr für die Belange der Gäste sind auch Fachleute aus dem diakonischen Bereich vor Ort. Von Montag bis Freitag bieten sie Sozial- und Obdachlosenberatung an. Die täglich anwesenden Johanniter sowie drei Mediziner, berichtet Martin Metzger, zuständiger Abteilungsleiter im Diakonischen Werk Mannheim, kümmern sich um die medizinische Versorgung. Erstmals sind auch Mitarbeitende des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) als Berater dabei, denn viele der Gäste befinden sich in großer seelischer Not. Ziel des gemeinsamen Handelns sei, „die Spirale nach unten in eine Spirale nach oben umzudrehen“, und den Betroffenen durch das Aufzeigen möglicher Veränderungen zu neuen Perspektiven zu verhelfen.

Die 19. Mannheimer Vesperkirche ist vom 6. bis 31. Januar 2016 täglich von 11 bis 15 Uhr geöffnet. Sie findet in der CityKirche Konkordien (R2) in Marktplatznähe statt. Mittagessen gibt es bis 14 Uhr. An den Wochentagen bieten Fachleute von Diakonie und Diakonischem Werk Mannheim Wohnraumberatung und Sozialberatung an. Täglich sind die Johanniter vor Ort, drei Ärzte kümmern sich um medizinische Versorgung. Die durch Spenden finanzierte Aktion kostet rund 140.000 Euro. Foto: Alexander Kästel.
Infos unter: www.vesperkirche-mannheim.de (dv)

Zurück zur Liste