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"Mehr Pfarrerin und Pfarrer sein"

Landesbischof Cornelius-Bundschuh zum badischen Pfarrertag

"Mehr Pfarrerin und Pfarrer sein"

 

(24.10.2016 Pforzheim) Der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh hat den Pfarrerinnen und Pfarrern der badischen Landeskirche für ihren „großen persönlichen Einsatz und ihre geistliche Präsenz“ gedankt, die „in unsere Gemeinden und unsere Welt ausstrahlen. Angesichts gestiegener Arbeitsbelastungen, u.a. in der Verwaltung, kündigte er auf dem badischen Pfarrertag in Pforzheim am heutigen Montag (24.10.) einen Pfarrbildprozess“ in der Landeskirche an. Dieser solle mehr Klarheit schaffen über Fragen der Arbeitszeit, der Erreichbarkeit, der Zuständigkeit und über das Verhältnis von Ehrenamt und beruflicher Tätigkeit.Ziel müsse eine Entlastung sein, die es Pfarrerinnen und Pfarrern erlaube, „mehr Pfarrerinnen und Pfarrer zu sein“. Dabei gelte es, für die eigene Frömmigkeit zu sorgen, das Privatleben und den Dienst einerseits zusammen zu halten und zugleich gut zu unterscheiden, sich kollegial gut zu verankern und auch „das Lassen zu üben, sagte Cornelius-Bundschuh. Es gebe jedoch keine einfachen Lösungen „von oben“ seitens der Kirchenleitung. Merkmal des Pfarrberufes sei es vielmehr, dass dieser sich selbst steuert und seinen Dienst im Rahmen abgestimmter Vorgaben selbstbewusst, mutig und frei gestaltet, so der Landesbischof auf dem Tag der badischen Pfarrerinnen und Pfarrer.

Der Landesbischof äußerte zugleich die Hoffnung, dass das Pfarramt bei aller Spezialisierung an den verschiedenen kirchlichen Orten als Pfarramt erkennbar bleibe. „Ob in der Klinik, in der Gemeinde oder der Schule: Menschen sollen wissen, dass ihnen in jeder Pfarrerin und jedem Pfarrer verlässlich eine Person begegnet, die öffentlich für den evangelischen Glauben einsteht, sagte Cornelius-Bundschuh. „Den Menschen vor Ort nah sein und die Weite der Ökumene im Blick haben; die eigene Frömmigkeit gestalten und Verantwortung für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt übernehmen; andere Menschen zum Glauben ermutigen, ihnen ins Beten und Feiern helfen und im Gespräch sein mit anderen Konfessionen, Religionen und Weltanschauungen: das Pfarramt ist reich und macht reich, weil es aus der Fülle und dem Glanz lebt, die Gott uns schenkt, resümierte der Landesbischof.