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Buß- und Bettag 2016

Landesbischof ruft zur Versöhnung und zum Vertrauen in den demokratischen Rechtsstaat auf

Buß- und Bettag 2016

(14.11.2016 Karlsruhe) Zum Buß- und Bettag am Mittwoch (16.11.) hat Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh zum „Vertrauen unter den Menschen und in die Institutionen des demokratischen Rechtsstaats“ aufgerufen und davor gewarnt, auf „einfache Antworten, Abgrenzung und Abschottung“ zu setzen. Mit mehreren Landeskirchen in Deutschland beteiligt sich Baden an einer Aktion zum Bußtag, die unter dem Motto „Ankommen“ steht. Der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt veröffentlicht eine Broschüre mit Tipps zur Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt.
An Buß- und Bettag gehe es immer zuerst darum, „selbstkritisch auf das eigene Leben zu schauen und auf das, was wir einander und Gott schuldig bleiben“, sagte der Landesbischof in einem „Wort an die Gemeinden“. Statt zu spalten, gehe es um Begegnungen, „gerade auch mit Fremden“. Statt auszugrenzen, „achten wir die Menschenrechte und die Würde aller Menschen und suchen gemeinsam nach friedlichen Lösungen in Konflikten“, fasste der Landesbischof zusammen.  Zugleich gebe Gottes Güte „den Mut und die Kraft, Verantwortung zu übernehmen: für die Zukunft unseres Landes, für ein solidarisches Europas, für eine gerechte und friedliche Welt“, erklärte der Landesbischof.
Unter dem Motto „Ankommen" erinnert eine gemeinsame Aktion der badischen Landeskirche, der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Bayern, der evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der evangelischen Kirche von Hessen und Nassau daran, dass viele Menschen „eine große Sehnsucht haben, endlich anzukommen. In einem neuen Leben, bei Menschen, die die Liebe kennen, oder bei sich selbst“, so die Verantwortlichen der Aktion. Das dazu gehörende Plakatmotiv zeigt ein großes Kreuz, das in einen hohen Zaun geschnitten wurde; es stehe „für das Wunder, wo es einen Weg gibt, Zäune zu überwinden, und dort anzukommen, wo Frieden ist und Ruhe und mehr Gerechtigkeit“.

In seiner aktuellen Broschüre zum Buß- und Bettag wirbt der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (KDA) auch in der badischen Landeskirche darum, Flüchtlingen eine Lebensperspektive in der Arbeitswelt zu ermöglichen. „Zum wirklich Ankommen gehört auch die nicht immer einfache Integration in den Arbeitsmarkt“, erklärt Thomas Löffler vom KDA Baden. Mit der Publikation solle die Möglichkeit eröffnet werden, den Bußtag auch „als Anlass zur Reflexion der sozialen und wirtschaftlichen Lage zu verstehen“. Unter dem Titel „Fliehen und Ankommen“ berichtet die Broschüre anhand von best-practice-Beispielen von den erforderlichen Voraussetzungen gelingender Integration. Sie enthält Interviews aber auch liturgische Bausteine zur Gestaltung eines sozialpolitischen Gottesdienstes zum Bußtag oder zu anderen Gelegenheiten.
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Das „Wort an die Gemeinden“ des Landesbischofs im Wortlaut:
Der Buß- und Bettag 2016 steht unter der Überschrift: „Weißt du nicht, dass Gottes Güte dich zur Umkehr treibt?“ (Römer 2,4). Gottes Güte gibt uns persönlich und gemeinsam als Kirche den Mut und die Kraft, Verantwortung zu übernehmen: für die Zukunft unseres Landes, für ein solidarisches Europas, für eine gerechte und friedliche Welt. Auf Gottes Güte vertrauen wir!
Vielen macht die Weltlage Angst. Sie haben wenig Vertrauen in die Verantwortlichen. Manche fühlen sich abgehängt. Sie hoffen auf klare und eindeutige Antworten. Nicht nur in Europa gewinnen deshalb Gruppen an Gewicht, die statt genau hinzuschauen, einfache Lösungen anbieten. Sie setzen auf Abgrenzung und Abschottung. Sie sortieren und polarisieren. Sie nutzen eine Sprache, die spaltet und auseinander treibt: Wir gehören dazu - und ihr nicht!
Gottes Güte macht uns Mut, unsere Lage realistisch wahrzunehmen: Vor Gott gibt es „keine Gerechten, nicht einen.“ (Römer 3,10). Deshalb geht es am Buß- und Bettag immer zuerst darum, selbstkritisch auf das eigene Leben zu schauen und auf das, was wir einander und Gott schuldig bleiben. Wir entdecken, wie schwierig viele Konflikte und Fragen sind. Wir sind aufeinander angewiesen, um gute Lösungen für alle zu finden. In allem aber verlassen wir uns auf die Zusage: Gottes Güte führt uns gemeinsam ins Leben.
Am Buß- und Bettag 2016 treibt uns Gottes Güte zur Umkehr: Statt Misstrauen zu säen, stärken wir das Vertrauen der Menschen untereinander und in die Institutionen des demokratischen Rechtsstaats. Statt zu spalten, ermöglichen wir Begegnungen, gerade auch mit Fremden. Statt auszugrenzen, achten wir die Menschenrechte und die Würde aller Menschen und suchen gemeinsam nach friedlichen Lösungen in Konflikten.
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Informationen zur Aktion unter dem Motto „Ankommen“ unter www.busstag.de
Die Broschüre des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt zum Buß- und Bettag kann heruntergeladen werden unter www.kda-baden.de

Daniel Meier, ZfK der Evangelischen Landeskirche in Baden