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Zwischenstand Flüchtlingshilfe: Mannheimer mit langem Atem

Trotzdem weiter ehrenamtliche Helfer gesucht

Zwischenstand Flüchtlingshilfe: Mannheimer mit langem Atem

(22.11.2016) Willkommenskultur: In Mannheim ist das keine längst abgenutzte Phrase, sondern gelebtes Engagement.
Das ist vor allem den ehrenamtlichen Helfern zu verdanken – doch die benötigen mittlerweile selbst Unterstützung. „Das Thema ist aus den Medien schon fast wieder verschwunden, die Menschen sind aber immer noch hier.“ So fasst Cigdem Erdis, Koordinatorin der Flüchtlingsarbeit im Diakonischen Werk Mannheim, die Lage zusammen.

Vor rund einem Jahr haben Caritas und Diakonie ein gemeinsames Konzept aus der Taufe gehoben, um die vielfältigen Unterstützungsangebote aus der Bevölkerung und die Bedarfe der Geflüchteten besser zueinander zu bringen. Damals meldeten sich bis zu 100 Menschen pro Woche bei den beiden christlichen Wohlfahrtsverbänden, um Zeit, Sachen oder Geld zu spenden. Aus zahlreichen Anfangsideen haben sich damals tragfähige Projekte entwickelt, die auch jetzt noch bestehen. So gibt es etwa alleine innerhalb der Landeserstaufnahmestelle (LEA) derzeit 13 verschiedene Angebote – von der klassischen Kleiderkammer über Sprachkurse und eine Spielstube bis hin zu Stadtteilerkundungen.

„Wer sich erst einmal engagiert, merkt schnell, wie viel das nicht nur den Geflüchteten bedeutet, sondern auch, wie viel Freude es einem selbst bringt. Die meisten bleiben für lange Zeit dabei“, sagt Johanna Roth vom Caritasverband Mannheim. Aktuell engagieren sich rund 280 Menschen in der LEA und im kommunalen Bereich des Benjamin Franklin Village. Weitere 150 Ehrenamtliche waren in den Hammonds Barracks tätig, bis diese Ende September geschlossen wurden.

Allerdings macht sich allmählich ein deutlicher Rückgang der Neuanmeldungen bemerkbar. Wenna lso  doch einmal ehrenamtliche Unterstützer ausfallen oder ihr Engagement beenden, gibt es kaum noch Nachrücker, die die Lücken füllen könnten. Besonders deutlich bekommen das derzeit die Geflüchteten zu spüren, die in den kommunalen Unterkünften im Benjamin Franklin Village untergebracht sind: „Die Nachmittagsbetreuung der Grundschulkinder fand ursprünglich von Montag bis Freitag durchgängig statt – jetzt können wir das nur noch dreimal pro Woche anbieten“, berichtet Ulrike Manthey vom Diakonischen Werk. „Die gleiche Arbeit verteilt sich auf immer weniger Schultern. Obwohl unsere ehrenamtlichen Helfer hoch engagiert sind und viele sogar zusätzliche Aufgaben übernehmen, brauchen wir auf längere Sicht dringend frische Kräfte.“

Derzeit werden Ehrenamtliche für den Sprachunterricht für Kinder und für Erwachsene in der LEA benötigt; beide Angebote finden drei Mal die Woche statt. Auch Flüchtlingspaten und Partner für Sprachtandems werden gesucht. „Wir haben erlebt, dass diese vermeintlich kleinen, inoffiziellen Kontakte – meist sind es nur ein paar Stunden pro Woche – den Geflüchteten enorm helfen, sich in Deutschland zurechtzufinden und zu integrieren“, sagt Caritas-Mitarbeiterin Johanna Roth.
(Ehrenamtliche und Geflüchtete in der Kleiderkammer der LEA; Fotocredit: Caritas/Koch)

Wer sich gerne engagieren möchte, findet hier Ansprechpartner:
· Diakonisches Werk: Cigdem Erdis, Telefon: 0172 / 278 114 4 oder per E-Mail an
erdis@diakonie-mannheim.de; Ulrike Manthey, Telefon: 0157 / 535 707 62
oder per E-Mail an fluechtlinge.mannheim@diakonie.ekiba.de

· Caritasverband Mannheim: Inka Vellani-Dollenbacher, Telefon 0173 / 2 39 10 86 oder per
E-Mail an ehrenamt-fuer-fluechtlinge@caritas-mannheim.de, und Ursel Heyduk, Telefon
0621 / 1 26 02 31 und per E-Mail an ursel.heyduk@caritas-mannheim.de