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Fahrradpilgern zum Reformationsjubiläum

Fahrradpilgern zum Reformationsjubiläum

(20.07.2017 Konstanz/Karlsruhe/Heidelberg) Im Sommer des Reformationsjubiläums lädt die badische Landeskirche zu einem länderübergreifenden „Fahrradpilgerweg“ zu beiden Seiten des Rheins ein. Vom 28.7. bis zum 11.8. führt die Route von Konstanz bis nach Worms. Unterwegs werden die Radlerinnen und Radler die geistlichen und gesellschaftlichen Wirkungen der Reformation bis in die Gegenwart erfahren. Wer will, kann die gesamte oder eine Teilstrecke mitradeln. Anmeldungen sind noch bis 20. Juli möglich. Für Tagesetappen ist keine Anmeldung erforderlich.

„Die Reformation hat schon vor 500 Jahren auf vielfältige Weise Grenzen überschritten. Daran knüpft unser Pilgerweg an“, schreibt der elsässische Kirchenpräsident und Präsident der Kirchen am Rhein, Christian Albecker, im Programm. Diese ist Veranstalter der Radpilgerreise zum Reformationsjubiläum. „An Orten diesseits und jenseits des Rheins würden die Pilgerinnen und Pilger erfahren, wie die Reformation damals die Welt, die Kirche und die Menschen verändert hat. Deshalb werde die Pilgergruppe auch an Stationen Halt machen, wo heute neue und nachhaltige Wege in die Zukunft erkennbar sind“, erläutert Dekan i.R. Hans-Joachim Zobel, der die Tour organisiert hat. So zeige sich unterwegs, „wie der Geist Gottes die Menschen über Kirchen- und Ländergrenzen hinweg eint, zum Beispiel in ihren Bemühungen um Klimagerechtigkeit, um Gastfreundschaft für Flüchtlinge, um neue Energiekonzepte und gerechtes Wirtschaften“.

Zum Auftakt der Pilgerradtour gestalten der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh, der thurgausche Kirchenpräsident Wilfried Bührer und der elsässische Kirchenpräsident Christian Albecker am Donnerstag, 28. Juli, einen Gottesdienst in Konstanz. Danach geht es über das schweizerische Schaffhausen nach Lörrach, Basel und Müllheim, wo das Thema „Transformation und Energiezukunft“ behandelt wird. Im französischen Colmar, in Sélestat und Straßburg erinnern sich die Radler an die Reformation im Elsass, beschäftigen sich aber auch mit dem aktuellen kirchlichen Engagement für Flüchtlinge.

Dem Gedenken an den kirchlichen Beitrag zur Revolution von 1848 in Rastatt schließt sich das Thema „Vom gerechten Krieg zum gerechten Frieden“ in der Melanchthonstadt Bretten an. Über die Reformationsstadt Speyer mit der Erkundung ihrer jüdischen Spuren führt die Pilgerreise nach Heidelberg. In Anlehnung an die Disputation Martin Luthers 1518 wird dort das gegenwärtige Wirtschafts- und Finanzsystem hinterfragt. Die Erkundung des Reformationsdenkmals in Worms beschließt die Tour am Freitag, 11. August, zwei Wochen nach dem Start.

„Die Fahrradpilgernden sollen Zeugen von kleinen und großen Veränderungen durch Gemeinden und Initiativgruppen werden“, würdigte Oberkirchenrat Matthias Kreplin (Karlsruhe) die Aktion im Vorfeld. Er freue sich, dass bei den Veranstaltungen und Gesprächen Pilger und Menschen aus den Gemeinden aufeinander treffen und sich austauschen, „auch zu Fragen, die uns global betreffen“. Auf diese Weise verbinde sich das Fahrradpilgern mit dem „Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens“ des Ökumenischen Rates der Kirchen und mit Aufbrüchen von Kirchen weltweit.

Die Fahrradpilgertour ist für alle interessierten Radlerinnen und Radler offen. Sie können entweder an der gesamten Tour oder an einzelnen Etappen teilnehmen. Die Unterbringung erfolgt in der Regel in Gemeindehäusern, hierfür sind Iso-Matte und Schlafsack mitzubringen. Die Kosten liegen bei einer Eigenbeteiligung auf Spendenbasis. Komfortablere Übernachtungsformen sind selbst zu organisieren.

Anmeldung und weitere Informationen unter www.ekiba.de/fahrradpilgern

(Doris Banzhaf, ZfK, Evangelischer Oberkirchenrat Karlsruhe)

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