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Abschied nach 15 Jahren Thomasgemeinde

Ökumenischer Gottesdienst an sprechendem Ort: Pfarrerin Egenlauf-Linner wird in St. Pius verabschiedet

Abschied nach 15 Jahren Thomasgemeinde

Am Sonntag, 10. September um 17 Uhr wird Dekanstellvertreterin und Pfarrerin Martina Egenlauf-Linner in St. Pius von Dekan Ralph Hartmann in einem Gottesdienst verabschiedet. Sie wechselt zur Markusgemeinde in Mannheim-Almenhof und nimmt zuvor als Auszeit ein Sabbatjahr.

Es ist eine Verabschiedung an sprechendem Ort, denn die katholische Kirche St. Pius steht für Freud und Leid im langjährigen Wirken von Pfarrerin Egenlauf-Linner: Es erzählt davon, dass die Thomaskirche 2009 durch einen doppelten Wasserschaden als Predigtort verloren ging. Und es ist ein Zeichen der wegweisenden Ökumene in der Thomasgemeinde. Denn an St. Pius entsteht derzeit das Ökumenische Zentrum, das Pfarrerin Egenlauf-Linner maßgeblich mitkonzipiert hat. In St. Pius übrigens genießen die Evangelischen seit der Schließung der Thomaskirche Gastfreundschaft. Dass Egenlauf-Linner am 10. September gemeinsam mit ihrem katholischen Kollegen Klaus Zedtwitz eine Dialogpredigt halten wird, rundet das Bild ab.

Egenlauf-Linner habe sich, so Dekan Hartmann „ganz und gar in die Gemeindearbeit hineingegeben“ und dort „mit viel Energie“ vieles bewegt. Gottesdienste und Konfirmandenarbeit, Seelsorge und vor allem die Arbeit mit Kindern und Senioren liegen ihr gleichermaßen am Herzen. Zehn Jahre lang gestaltete sie den Theologiekurs mit und organisierte 2015 für Mannheim die Glaubenskurse. Ihre Wirken über die Gemeindegrenzen hinaus markieren auch die Gottesdienste auf dem Flughafen, der Seebühne oder beim SWR-Sommerfest und die Gemeindereisen und Kontakte nach Indien, wo sie in den 1990er Jahren gearbeitet hatte. Wissen über und die gelebte Wahrnehmung von anderen Religionen bedeuten ihr viel. So nahm das interreligiöse Projekt „Integration von Anfang an“ seinen Anfang in der Kita Reiterweg der Thomasgemeinde.

Pfarrerin Egenlauf-Linner (54) war seit 2002 Pfarrerin in der Thomasgemeinde tätig, die die Stadtteile Neuostheim und Neuhermsheim umfasst. Über den Gemeindedienst hinaus gehört sie zum Team der Notfallseelsorge und war lange Jahre als Polizeiseelsorgerin für die helfenden „Blaulicht“-Dienste da. In ihre Amtszeit fallen zahlreiche wegweisende Bauprojekte:

2007 wurde in Neuhermsheim das Gemeindezentrum eingeweiht, das vom BDA Bund Deutscher Architekten den Hugo-Häring-Preis erhielt sowie von der Architektenkammer Baden-Württemberg für „Beispielhaftes Bauen“ ausgezeichnet wurde. Mit dem ThomasCarree, das derzeit auf dem Gelände um die Thomaskirche entsteht, geht die Gemeinde hochwertige neue Wege im Bereich von Wohnen und Pflege. Zukunftsweisend ist auch das Großprojekt an St. Pius: Für das Ökumenische Zentrum fand dort im Mai 2017 das Richtfest für das ökumenische Kinderhaus und der Spatenstich für das evangelische Pfarrhaus statt. „Der Innenraum von St. Pius wird aktuell so umgestaltet, dass sich die beteiligten Konfessionen in dieser gemeinsam genutzten Kirche gut beheimat fühlen können“, sagt Egenlauf-Linner. „Das ist ein weiterer wichtiger Schritt hin zu einem vertieften guten Miteinander der Konfessionen“. Die Einweihung des Ökumenischen Zentrums wird sie dann als Pfarrerin der Markusgemeinde besuchen, in der sie ab 1. September 2018 arbeiten wird. In das dortige Pfarrhaus ist sie kürzlich bereits eingezogen. (dv)

Bildunterschrift: Dekanstellvertreterin und Pfarrerin Martina Egenlauf-Linner nimmt Abschied aus der Thomasgemeinde, in der sie 15 Jahre lang gewirkt hat. Foto: de Vos

Bildunterschrift: Dekanstellvertreterin und Pfarrerin Martina Egenlauf-Linner nimmt Abschied aus der Thomasgemeinde, in der sie 15 Jahre lang gewirkt hat. Foto: de Vos

 

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