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„Damit aus Fremden Freunde werden“

Tag des Flüchtlings: Ökumenisches Flüchtlingspatenprojekt verbindet Menschen

„Damit aus Fremden Freunde werden“

(25.09.2017) In den vergangenen zwei Jahren haben die evangelische und die katholische Kirche in Mannheim durch ihre gemeinsame Intitiative „Flüchtlingspaten“ insgesamt 24 Familien und 14 Einzelpersonen beim Ankommen in Mannheim begleitet.

Angesichts der vielen Menschen, die 2015 in Deutschland Zuflucht fanden und eine neue Heimat suchten, hatten die beiden Dekane Ralph Hartmann und Karl Jung das Projekt initiiert. Die 50 kirchlichen Gemeinden in Mannheim waren aufgerufen bis zu 50 Familien beim Start in ein neues Leben mit Wohnraum, Hilfen im Alltag und als Ansprechpartner zu unterstützen.

Flüchtlinge, die dauerhaft bei uns bleiben werden, brauchen langfristige Perspektiven für ihr Leben und das Leben ihrer Kinder“, sagt der evangelische Dekan Hartmann. „Für Viele wird Mannheim eine neue Heimat sein. Dafür setzen sich unsere Gemeinden in den Patenprojekten ein: Damit aus Fremden Freunde werden.“ Sein katholischer Kollege und Mitinitiator Dekan Karl Jung ergänzt: „Wir als Kirchen stehen für Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe. Dabei sind wir uns der Potenziale bewusst, mit denen wir Integration nachhaltig gestalten und ein friedliches Miteinander fördern können. Das ist Ziel dieser Initiative.“

Bei der Wohnungssuche und bei Behördenvorgängen helfen, im Alltag unterstützen und als Ansprechpartnerin da sein, dafür steht Projektleiterin Tatjana Briamonte-Geiser. Sie ist das Scharnier zwischen Gemeinden, Paten, Ehrenamtlichen, Behörden, Privatpersonen und Geflüchteten. Sie kann schnell und unbürokratisch weiterhelfen und weiß, wer in Problemlagen weiterweiß. „Ich erlebe hier so viele hilfsbereite Menschen“, sagt Briamonte-Geiser. “Das gibt viel Kraft und Vertrauen, dass wir alle gemeinsam sehr viel schaffen können.“ 38 Vermittlungen hat sie bisher begleitet. Immer wieder ist sie berührt von der großen Hilfsbereitschaft, wenn es um Patenämter und Wohnungen, um Tisch und Stuhl, Kühlschrank und Geschirr geht. Auch Sachspenden sind weiterhin willkommen.

Auch bei der Vermittlung in Praktika, Freiwilligendienst und Studium ist sie behilflich. Einige der jungen Geflüchteten haben inzwischen eine Ausbildung im Einzelhandel, im Hotelfach und im Backgewerbe begonnen. Eine Praktikantin bei der SAP wurde in ein duales Studium übernommen.  „Es ist großartig zu sehen, wie gut ein Ankommen gelingt, wenn alle an einem Strang ziehen“, so Tatjana Briamonte-Geiser. So konnten junge Musiker aus Syrien ein Studium an der Popakademie aufnehmen und werden beim Begegnungsfest an der Melanchthonkirche, das am 30. September von 15:00 bis 19:00 Uhr gefeiert wird, bereits zum zweiten Mal mitwirken.Bereits vor dem Start des Projekts hatte die evangelische Vogelstanggemeinde im Pfarrhaus eine Familie aufgenommen und begleitet. Diese Erfahrungen waren hilfreich für alle Patenschaften, die sich 2015 anschlossen, wie beispielsweise in St. Jakobus in Neckarau, wo sich die Gemeinde um einen Musiker und dessen Familie kümmert, der an der Popakademie studiert. Viele Privatpersonen, überwiegend Mitglieder der evangelischen und der katholischen Kirche, unterstützen die Initiative „Flüchtlingspaten“ in der evangelischer Vogelstang-, der Johannis-, Gnaden-, Lukas-, Erlöser- und in der Paul-Gerhardt-Gemeinde. In den katholischen Seelsorgeeinheiten sind mit dabei St. Elisabeth, St. Jakobus, St. Aegidius, St. Bonifatius (Neckarstadt) und Christ König.

Info: Die Initiative „Flüchtlingspaten“ wurde finanziert aus dem Etat des für das Reformationsjubiläum geplanten Ökumenischen Kirchentags Mannheim. Damit den Geflüchteten geholfen werden kann, wurden drei Viertel des Etats, 150.000 Euro, abgezogen und für das Projekt zur Verfügung gestellt. (dv/schu)  

Kontakt: Tatjana Briamonte-Geiser, Tel. 0621-28000108, E-Mail: tatjana.briamonte-geiser@ekma.de.

Lesen Sie hier, wie das Projekt "Flüchtlingspaten" 2015 begonnen hat.

Tatjana Briamonte-Geiser hat am 1. Oktober 2015 ihre Arbeit begonnen

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