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Evangelische Kirche Mannheim beim Klimaschutz ganz vorn

Die Evangelische Kirche Mannheim erstellt ein umfassendes Klimaschutzkonzepts. Damit ist sie deutschlandweiter Vorreiter.

Evangelische Kirche Mannheim beim Klimaschutz ganz vorn

(20.11.2017) Als erster evangelischer Stadtkirchenbezirk Deutschlands erstellt die evangelische Kirche Mannheim ein Klimaschutzkonzept.

Es geht um mehr als Energie-Einsparung und Umweltschutz


„Wir stehen für verantwortliches lokales Handeln mit globaler Perspektive“, betont Dekan Ralph Hartmann. Mit ihrem Klimaschutzprojekt verstehe sich die evangelische Bezirksgemeinde Mannheim „als Vorreiter“. Bei dem Projekt ginge es um mehr als Energie-Einsparung und Umweltschutz. Vielmehr sei Klimaschutz „Teil des kirchlichen Friedensauftrags und hat damit auch eine politische Dimension“, wie sich am Beispiel der Klima-Flüchtlinge zeige.

Förderwürdig!

Den Klimaschutz hatte sich die evangelische Stadtsynode Mannheims bereits im Herbst 2016 als Ziel gesteckt und Fördermittel im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative beim Bundesumweltministerium beantragt. Diese wurden nun bewilligt, so dass mit der Erstellung eines integrierten Klimaschutzkonzepts begonnen werden kann. Der Bund fördert das Projekt mit 25.000 Euro, die Evangelische Kirche Mannheim investiert in die Konzepterstellung 12.000 Euro und in die Umsetzung der Maßnahmen 100.00 Euro.

Als erfahrener Partner ist die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) aus Heidelberg engagiert. Sie wird bis Ende August 2018 ein Konzept erstellen, das sieben Bereiche umfasst: Einer Energie- und Treibhausgas-Bilanz, einer Potenzialanalyse, der Akteursbeteiligung, einem Maßnahmenkatalog, einer Verstetigungsstrategie, einem Controlling-Konzept und einer Kommunikationsstrategie. Geplant ist, dass die Stadtsynode im nächsten Jahr auf ihrer Herbstsitzung im November 2018 den Maßnahmenkatalog beschließen wird.

„Das Projekt umfasst hauptsächlich die Bereiche Immobilien, Mobilität und Beschaffung“, erläutert Projektleiter Steffen Jooß, Direktor der Evangelischen Kirchenverwaltung Mannheim. Dort gebe es die markantesten Handlungsansätze. Ziel sei, den CO2-Ausstoß deutlich zu reduzieren. „Wir sind selber sehr gespannt darauf, zu welchen Konkretionen das Projekt führen wird“, so Jooß.

Die Schöpfung wahren – dafür kräht der „Grüne Gockel“


„Wofür man im Leben dankbar sein kann“, sagt Dekan Ralph Hartmann, das komme beim jährlichen Erntedank-Fest stark zum Ausdruck. Denn Ernte einfahren zu können, liege „nicht allein in unserer Hand“. Doch wie der Mensch mit der Schöpfung umgehe, habe unmittelbaren Einfluss auf die Natur und letztendlich auf das Klima. Für den Umweltschutz krähen in Mannheim bereits viele Hähne: Seit mehr als zehn Jahren engagieren sich evangelische Gemeinden für den „Grünen Gockel“, um sich ganz praktisch und im eigenen Umfeld das Bewusstsein über Nachhaltigkeit zu stärken. Erst kürzlich wurde auf dem Gemeindehaus in der Dreieinigkeitsgemeinde eine batteriegepuffte Photovoltaikanlage montiert, mit der die Gemeinde umweltschonend den eigenen Energiebedarf decken möchte.

Bildunterschrift: Wirken mit in der kirchlichen Arbeitsgruppe Klimaschutzprojekt (v.l.n.r.): Philipp Mussotter, Michaela Pötschke, Judith Plieninger, Sabine Zehenter, Projektleiter Steffen Jooß (Direktor Evangelische Kirchenverwaltung), Helmut Bühler, Oliver Foltin und Volker Teichert (FEST), Hans-Friedrich Roth und HansUlrich Waldmann. Foto: de Vos (dv)

Info: Nationale Klimaschutzinitiative: Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und intensiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.