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Stimmungsvoller Advent

Johann Hinrich Wichern entzündete 1839 den ersten Adventskranz. Damals mit 23 Kerzen

Stimmungsvoller Advent

(27.11.2017) Der klassische Adventskranz ist aus dickem Tannengrün und hat vier Kerzen. Es gibt ihn heute in Frottee und Porzellan, zum Aufklappen und Selberbasteln. Der allererste Adventskranz war ein mit 23 Kerzen bestücktes Wagenrad. Sein Erfinder ist der evangelische Theologe Johann Hinrich Wichern, der Begründer der Diakonie.

Ein Wagenrad im Betsaal mit roten und weißen Kerzen

Am ersten Adventssonntag 1839 entzündete Johann Hinrich Wichern im Kinderheim „Rauhes Haus“ in der Nähe von Hamburg, dessen Vorsteher er war, den ersten Adventskranz. Er war eine Art leuchtender Adventskalender. Der Kranz hing im Betsaal des Waisenhauses: Ein Wagenrad mit 19 kleinen roten Kerzen für die Wochentage und vier dicken weißen Kerzen für die Adventssonntage. Das Kerzenanzünden begann erst am ersten Adventssonntag. Daher variierten von Jahr zu Jahr die Anzahl der roten Wochentagskerzen. Im Jahr 1839 waren es 23 Tage bis zum 24. Dezember. Heute, im Jahr 2017, sind es 22. So veranschaulichte Wicherns Erfindung den Kindern eindrücklich, wie viele Tage es noch bis zum Heiligen Abend waren. Ein Nebeneffekt war auch, dass die Jungen und Mädchen das Zählen lernten und übten. Erst Jahrzehnte später wurde der Kranz mit Tannengrün gebunden und schmückte auch evangelische Kirchen und Privathaushalte. Erstmals soll ein Adventskranz 1925 in einer katholischen Kirche in Köln gehangen haben. Längst sind von den ursprünglich über 20 Kerzen nur vier übriggeblieben.

Lebendige Adventskalender, gemeinsames Singen und stimmungsvolle Konzerte

2017 wird an den Adventskränzen die erste Kerze erst am 3. Dezember angezündet. Viele Gemeinden laden zuvor zu stimmungsvollen Veranstaltungen ein: Die Glocken der Lukaskirche (Rottfeldstr. 16/18, Mannheim-Almenhof) rufen an jedem Samstag vor den Adventssonntagen um 17 Uhr zu einer „Einstimmung in den Advent“: An einem der größten Adventskränze Mannheims, der aus meterlangen Baumstämmen besteht, gibt es von Blechbläserensembles begleitet eine Adventsgeschichte, Lieder und anschließend Punsch und Glühwein zum Verweilen. In mehreren Gemeinden treffen sich täglich Jung und Alt zum lebendigen Adventskalender. Dabei sind sie unterwegs zu den Familien und Institutionen, die ein Türchen öffnen, mit Kerzen in den Fenstern, Liedern und Geschichten. Mit dabei sind unter anderem die Johannes-Calvin-Gemeinde (Friedrichsfeld) mit einem ökumenischen lebendigen Kalender, die Thomasgemeinde in Neuostheim/Neuhermsheim und die Evangelische Gemeinde in der Neckarstadt. Auf dem Kirchplatz vor der Unionskirche (Unionstr. 6, Mannheim-Käfertal) findet am Vorabend des 1. Advents ein offenes Singen am Christbaum statt.

Stimmungsvoll mit Kerzenschein erleuchtet ist die Christuskirche an den Samstagen 2., 9. und 16. Dezember jeweils um 18.30 Uhr: An die Einstimmung in der „Christuskirche im Kerzenschein“ schließt sich Posaunenmusik auf dem Vorplatz an. „Gloria“ lautet der Titel des Konzerts mit französischer Weihnachtsmusik, das die Melanchthonkantorei gemeinsam mit der Kammerphilharmonie am 3. Dezember um 17 Uhr in der CityKirche Konkordien gibt. Dort wird am 10. Dezember um 17 Uhr die Messe in h-Moll von Johann Sebastian Bach aufgeführt.

Info: Weitere Konzerte und andere Termine unter www.ekma.de (dv)


Bildunterschrift: Der evangelische Theologe Johann Hinrich Wichern erfand 1839 den Adventskranz: Ein Wagenrad mit roten Wochentags- und weißen Sonntagskerzen. Erst Jahrzehnte später kam Tannengrün hinzu. Foto: Rauhes Haus.

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