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„Gelebte Gemeinschaft für Menschen am Rande“

Vesperkirche lädt ab 6. Januar wieder zum Mittagessen ein

„Gelebte Gemeinschaft für Menschen am Rande“

(15.12.2017) Gelebte Gemeinschaft, denen eine Stimme geben, die sonst nicht erhört werden - mit der 21. Mannheimer Vesperkirche erkennt die Evangelische Kirche Mannheim die gesellschaftliche Schieflage erneut und reagiert „von Mensch zu Mensch“ mit Barmherzigkeit. „Gegenseitig Menschlichkeit schenken, einen Ort gelebter Gastfreundschaft schaffen und würdevolles Miteinander leben“, sei, so betont Dekan Ralph Hartmann beim Pressegespräch, im 21. Jahr der Mannheimer Vesperkirche „immer noch ohne Frage notwendig. Unsere Aufgabe als Kirche ist es, uns differenziert in die Debatten einzumischen um Solidarität zu zeigen. Dass trotz stabiler wirtschaftlicher Lage, sprudelnder Zahlen, immer noch Menschen ein „Schatten-Dasein“ führen, macht traurig. Umso mehr ist es unser Auftrag Gemeinschaft zu stiften und das Wohlstandsgefälle anzuzeigen.“

Unter den Gästen sind vermehrt Senioren. Gruppe der 20- bis 30-Jährigen nimmt zu.

Unverändert ist die Armut in einem der reichsten Regionen des Landes beängstigend hoch. Mit der am 6. Januar traditionell beginnenden Vesperkirche reagiert die Evangelische Kirche und ihr Diakonisches Werk auf das Thema „Armut“. „Vermehrt müssen wir ein breites Spektrum an Gästen feststellen: Schwer Erkrankte, Wohnungslose, aber auch Familien suchen die Zuwendung und die Gastfreundlichkeit in der Vesperkirche.“ sagt Pfarrerin Ilka Sobottke. „Menschen ohne Familie und Freunde haben es besonders schwer. Das gesellschaftliche Netz ist nicht stark genug um hier Äquivalent zu sein. Besonders beängstigend auffallend ist jedoch der Zuwachs an Rentnern.“

Ausdifferenziertes Beratungsangebot des Diakonischen Werkes

Für mehr als vier Wochen bis einschließlich 4. Februar öffnet die Vesperkirche ihre Tore in der Citykirche Konkordien und widmet sich täglich rund 500 Gästen mit einer warmen Mahlzeit. Darüber hinaus bietet sie ein konkretes Beratungsangebot. „Wir lassen die Menschen nicht allein – wir versuchen konkret Hilfe zu bieten.“ betont Pfarrer Matthias Weber, geschäftsführender Direktor des Diakonischen Werkes. „Das ausdifferenzierte Beratungsangebot hat sich bewährt. Eine gut begleitete Beratung vor Ort, für die Menschen, die sich sonst nicht zur Betreuung trauen, hat eben Qualität.“ Weber betont, dass wir generell vielmehr ein Verschulden unserer „bundesweiten Sozialpolitik“, diese Menschen nicht im Blick zu haben, verzeichnen müssen.

Das Beratungsangebot während der Vesperkirchenzeit bietet von der Wohnungsnotfallberatung des Hauses Bethanien sowie der wichtigen ärztlichen mobilen Praxis der Johanniter konkrete Hilfe. Dauerhaft besucht werden kann außerdem immer der DiakoniePunkt Konkordien der sich in unmittelbarer Nähe befindet und notwendige Kleidung – gerade für die kalte Jahreszeit - parat hält.

„Netzwerk gelebter Zusammenhalt“ - Starke Partner, ohne die es nicht möglich wäre

Mit Spenden und Befürwortern kann viel erreicht werden, verlässliche Partner sind hierbei wichtig: Für die Mannheimer Vesperkirche sind besondere Aktionen, gerade der Mannheimer Unternehmen, enorm wichtig „Ohne das tragende Netzwerk aus Helfenden und Spendern, wäre vieles einfach nicht möglich“, betont Dekan Hartmann. Die Jubiläumsfeier „40 Jahre Selgros“, bei der mehr als 50 Kuchen verkauft wurden und der Verkaufserlös an die Vesperkirche ging, oder die Aktion „engelhorn & friends“, bei der über 5000 Euro durch Kundeneinkäufe zusammen kamen, die jährliche Aktion der CAP-Märkte - verlässliche Unterstützer, die die besondere Zuwendung zu den Gästen ermöglichen.

623 ehrenamtliche Helfer haben sich in diesem Jahr angemeldet.
1738 Einsätze schenken die ehrenamtlichen Helfer der Vesperkirche.
Stadtratmitglieder helfen mit.

Zu dem ehrenamtlichen Helfer-Team, von denen täglich über 60 im Einsatz sind, zählen auch 151 Schüler/innen und Konfirmand/innen im Alter von 13-14 Jahren. Die Bandbreite der Aufgaben reicht dabei von der Bedienung beim Essen über das Packen der Vesperbeutel bis hin zu Einkaufs- und Lieferfahrten. Mannheimer Gemeinderatsmitglieder engagieren sich in diesem Jahr ebenfalls bei der Essensausgabe und Bedienung: Nazan Kapan (SPD), Tayanc Nuran (Grüne), Andrea Safferling (SPD), Thorsten Riehle(SPD) und Ralph Waibel (SPD). Nach erstmaliger Anfrage des Vesperkirchenteams an den Stadtrat, bieten Sie ihr volles Engagement an.

Eröffnungsgottesdienst am 6. Januar 2018


Dekan Ralph Hartmann, Pfarrerin Ilka Sobottke und Pfarrerin Anne Ressel eröffnen die Vesperkirche am 6. Januar um 10 Uhr unter dem Titel „Gastgeschenke“ in der Kantorei. Zur Vesperkirche gehört die Predigtreihe „Gott Gast Wirt“, an der Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft mitwirken. Neben Pfarrer Matthias Weber, Direktor des Diakonischen Werks Mannheim, und den Pfarrerinnen Ilka Sobottke und Anne Ressel, werden Prof. Dr. Anne Lenze aus Darmstadt, Claudia Cornelsen und Dr. Ellen Überschär aus Berlin Gastpredigten halten. Traditionell wird am 14. Januar das Kurpfälzische Kammerorchester unter der Leitung von Studierenden der Dirigierklasse Prof. Stefan Blunier stattfinden. Am 28. Januar machen sich Künstler und Musiker mit einem Benefizkonzert unter dem Titel „Friends for Vesperkirche“ für die Beteiligten stark.

Die durch Spenden finanzierte Vesperkirche wird getragen von der Evangelischen Kirche in Mannheim mit ihrem Diakonischen Werk.

Infos: www.vesperkirche-mannheim.de, Foto: Alexander Kästel.

 

 

Jahreslosung 2018

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