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„Wir müssen bewusster mit uns und der Schöpfung umgehen“

So viel du brauchst: Fastenaktion für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit beginnt am 14. Februar. Für Dekan Hartmann ist Klimaschutz auch Friedensarbeit

„Wir müssen bewusster mit uns und der Schöpfung umgehen“

(24.01.2018) Im Mittelpunkt der Fastenzeit steht bundesweit bei neun Landeskirchen der Klimaschutz im Mittelpunkt. An der Fastenaktion mit dem Motto „So viel du brauchst“ beteiligen sich auch Mannheimer Gemeinden und Dekan Ralph Hartmann.

„Klimaschutz geht nicht ohne Verzicht“

Von Aschermittwoch, 14. Februar, bis zum Ostersonntag, der in diesem Jahr auf den 1. April fällt, dauert die Fastenzeit. In diesen sieben Wochen, auch Passionszeit genannt, rufen die Kirchen traditionell zum Fasten auf.

„Klimaschutz geht nicht ohne Verzicht“, betont Dekan Hartmann. Deshalb passe das Klimafasten so gut in die Passionszeit, in der traditionell vor Ostern des Leidens Christi gedacht und Verzicht geübt wird. „Wer verzichtet, entwickelt einen Blick dafür, was wesentlich ist“, so Hartmann. „Wenn man seine eigene Alltagsroutine mit den vielen Gewohnheiten hinterfragt, fallen Veränderungen leichter.“ Für ihn ist individuell gelebter Klimaschutz ein aktiver Beitrag zur Klimagerechtigkeit und fördert den Frieden.

Ausprobieren, mitmachen!

Jede der sieben Fastenwochen hat ein anderes Thema. Eine Broschüre macht dazu jeweils mindestens fünf alltagstaugliche Vorschläge: In der ersten Woche, die der Entschleunigung dient, kann einen Tag lang auf das Handy verzichtet werden. Die Mobilitätswoche schlägt vor, das Auto stehen zu lassen und mit dem Rad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein. In den anderen Wochen geht es um Nahrungsmittel und Esskultur, um bewussten Konsum und Upcycling, um Energiesparen und Treppesteigen, um Geldanlage und CO2-Ausstoß, um Veränderungen und die Komfortzone. „Vermutlich wird für mich gleich die erste Woche eine echte Herausforderung“, sagt Dekan Hartmann. Denn zum Entschleunigen nimmt er sich vor, zu lesen und in der Natur unterwegs zu sein, statt fernzusehen und im Internet zu surfen.

„Es ist drei vor zwölf“. Integriertes Klimaschutzkonzept der Evangelischen Kirche Mannheim wird im November vorgestellt

„Was Klimaschutz und Klimagerechtigkeit anbelangt, ist es nicht fünf vor zwölf, sondern eher drei vor zwölf“, ist Hartmann überzeugt. „Wir wollen, dass sich etwas bewegt und werden uns deshalb auch selbst bewegen.“ Deshalb hat die Evangelische Kirche Mannheim sich auf den Weg gemacht, als bundesweit erster evangelischer Kirchenbezirk ein Klimaschutzprojekt aufzusetzen, das sich auf die Bereiche Immobilien, Mobilität und Beschaffung konzentriert. Die Synode, das höchste Entscheidungsgremium der Protestanten, hatte auf seiner letzten Herbstsitzung die Erstellung eines integrierten Klimaschutzkonzepts beschlossen. Das wird derzeit erstellt und auf der Herbstsynode im November 2018 mit einem Maßnahmenkatalog vorgestellt. Dann beschließen die mehr als 100 Synodalen über dessen Umsetzung.

Am Klimafasten beteiligen sich in Mannheim unter anderem die Auferstehungsgemeinde (Gartenstadt), die Dreieinigkeitsgemeinde (Sandhofen) und die Evangelische Gemeinde in der Neckarstadt.

Hintergrund: Die von der Evangelischen Kirche von Westfalen initiierte und erstmals 2015 durchgeführte Aktion hat bundesweit Mitmacher gefunden und geht nun bereits in die vierte Runde: 2018 beteiligen sich auch die badische und acht weitere Landeskirchen. Außerdem ist das katholische Bistum Hildesheim mit dabei. Infos: www.klimafasten.de

Die Info- und Mitmach-Broschüre „So viel du brauchst“ zum Klimafasten ist ab sofort kostenlos erhältlich im Haus der Evangelischen Kirche, M1, 1a, 68161 Mannheim. Haltestelle „Schloss“. (dv)

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