Diakoniekirche Luther

Diakoniekirche Luther

Gottesdienstraum und sozialdiakonischer Begegnungsort

Ihre Geschichte ist bewegt, ihr Innenleben auch. Die hochaufragende Kirche in der Neckarstadt-West an der Jungbuschbrücke war zu groß geworden für die stetig sinkende Anzahl der evangelischen Gemeindemitglieder. Der lebendige Stadtteil hatte sich stark verändert. Die Gemeinde beschloss daher für die 1906 errichtete Lutherkirche ein neues Nutzungskonzept, das auf die Bedürfnisse der Stadtteilbewohner antwortet: Sie wurde 2010 nach der Umbauphase als Diakoniekirche Luther wieder eröffnet und ist seither ein diakonischer Begegnungsort, der Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen praktische Hilfe, Beratung und gemeinschaftliches Miteinander bietet.

Ein einzigartiges Projekt

Das Pilotprojekt ist einzigartig in Baden-Württemberg. Ein Privatmann, der die nur noch von wenigen Gottesdienstbesuchern frequentierte Lutherkirche durch ein neues Nutzungskonzept wiederbeleben wollte, finanzierte die notwendigen Umbaumaßnahmen großzügig. Die Kirche wurde damit zu einem Zentrum sozialer Versorgung, in dem die Evangelische Gemeinde in der Neckarstadt, das Diakonische Werk Mannheim beispielhaft unter einem Dach zusammenarbeiten. Zahlreiche Beratungsangebote, die Ausgabe von günstigen Lebensmitteln, ein ehrenamtlich geführtes Café, das Mannheimer Arbeitslosenzentrum (MAZ) und die Initiative „Aufwind e.V.“, die sich unter anderem mit einem täglichen Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung um Kinder im Stadtteil kümmert, sind an der Diakoniekirche Luther beheimatet. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich auch das Kinderkaufhaus. Gottesdienste werden in der Kirche weiterhin gefeiert: Kirchenbänke, Altar, Kanzel und die denkmalgeschützte Voigt-Orgel bestimmen unverändert die Atmosphäre des Raums.

Ausgezeichnet: Neue Würde in gelassener Atmosphäre

Der Umbau der über 100 Jahre alten Kirche hat 2011 einen Preis für junge Architekten erhalten: Den vom Bund Deutscher Architekten im Land Hessen e.V. vergebenen Preis „Junge Architekten in Hessen – max 40“. Architekt Arno Klinkenberg aus Hessen schuf durch gläserne Einbaute großzügigen Raum für Beratung und das Café im Eingangsbereich. Die Preisjury attestierte ihm einen „sensiblen Umgang“ mit der vorgefundenen Architektur. „Ohne das Erleben des ursprünglichen Gesamtraums zu beeinträchtigen, werden Beratungsräume und ein Café eingebaut“. Möbel, Boden und die gläsernen Wandelemente verleihen der Kirche „eine neue Würde in gelassener Atmosphäre“, urteilte die Jury.

Weitere Infos finden Sie hier: www.ekma.de/neckarstadtgemeinde/?seite=54