Gefängnisseelsorge

Gefängnisseelsorge

In der Justizvollzugsanstalt Mannheim findet sich eine “Gemeinde hinter Gittern“. Sie ist international, interkonfessionell, interreligiös und interkulturell. Jeden Sonntag werden in der Anstaltskirche Gottesdienste sowohl für Gefangene der Strafhaft als auch für Gefangene der Untersuchungshaft gefeiert; zu den Gottesdiensten kommen Sonntag für Sonntag ca. 70 Gefangene.

Der Gottesdienstraum ist einer der wenigen Räume ohne Gitter. Er lädt durch die schlichte Ausgestaltung zur Einkehr und zum Aufatmen ein. Gäste von draußen (Chöre, Gruppen) zeigen durch ihr Kommen, dass die Gemeinde hinter Gittern nicht abgeschrieben ist.
Unter der Woche gibt es, wie in anderen Gemeinden, verschiedene Aktivitäten: Vier Bibelgruppen für die Untersuchungs- und Strafhaft, auch in englischer und russischer Sprache, und einen Chor. Eine Gruppe für Gefangene mit einer überdurchschnittlich langen Haftstrafe will mit Inhalten aus der „freien Welt“ den inneren Kontakt zur „Normalität“ unterstützen.

Pfarrer Gerhard Ding und Pfarrer Gotthold Patberg sind als Gefängnisseelsorger für die Gefangenen und auch für die Bediensteten da. Die Seelsorge geschieht in ökumenischer Ausrichtung mit dem katholischen Pastoralreferenten. Da alles, was dem Gefängnisseelsorger anvertraut wird, dem Seelsorgegeheimnis unterliegt, ist er qua Amt ein begehrter Gesprächspartner, und die Erwartungen sind hoch und vielfältig. Da geht es um Frust und Kränkungen im Vollzugsalltag, um die persönliche Lebenssituation, aber auch um Probleme mit der Partnerin oder der Familie. Ein besonderes Anliegen für die Gefängnisseelsorge ist die Situation der Angehörigen, besonders der (Ehe-) Partnerinnen. Diese werden in der Regel, „mit bestraft“. Die Gemeinde hinter Gittern benötigt den Kontakt nach draußen. Jeder Besuch ist ein Zeichen, dass sie nicht vergessen sind und noch Hoffnung besteht.
Die Gefängnisseelsorge unterstützt auch die Treffen der muslimischen Gefangenen mit dem Imam der Yavuz-Sultan-Selim Moschee.

Diakonische Arbeit in der Abschiebehaft

In der Abschiebehaft-Abteilung arbeitet ein Mitarbeiter der Diakonie mit. Er ermöglicht die Aufnahme von Außenkontakten und vermittelt notwendige Informationen. Für die Inhaftierten leistet er ganz praktische Hilfe durch Telefonkarten, Kopien, Adressvermittlung etc., aber vor allem wichtige psycho-soziale Betreuung und Unterstützung bei Problemen und Konflikten. Die Diakonie arbeitet mit der Gefängnisseelsorge zusammen. Wöchentlich begleitet Pfr.i.R. D. Kunzmann eine Bibelgruppe und führt auf Wunsch seelsorgerliche Gespräche.

Um für die Gefangenen die Gelegenheit zum Beisammensein, zum Austausch untereinander und vor allem auch mit Menschen „von draußen“ zu ermöglichen, wurden zwei Spielgruppen ins Leben gerufen. Diese Gruppen werden von ehrenamtliche Mitarbeitenden der Diakonie begleitet. Viele nehmen die Gelegenheit wahr, den Betreuer/innen der Gruppen von ihren Sorgen und Problemen zu erzählen oder sie um Hilfe zu bitten. Alleine die Tatsache aber, dass Menschen sich für sie und ihre Situation interessieren, dass sie mit ihren Schicksalen und Ängsten gehört werden, ist für viele eine große Erleichterung in der Haft- und ein kleiner Schritt hin zur Wahrung ihrer Würde.

Kontakt

Gerhard DingDekan für die ev. Gefängnisseelsorge in Baden-Württemberg
Pfarrer Gerhard Ding
Herzogenriedstr.111, 68169 Mannheim
Telefon: 0621 / 398 - 213
E-Mail: gerhard.ding@jvamannheim.justiz.bwl.de


Gotthold PatbergPfarrer Gotthold Patberg
Herzogenriedstr.111, 68169 Mannheim
Telefon: 0621 / 398 - 213
E-Mail: gotthold.patberg@jvamannheim.justiz.bwl.de