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STADIEN EINES AFRIKANISCHEN STAATES

WM 2010 - 2


Liebe Fußballfans

Lasst uns heute einen Blick auf verschiedene Stadien der Entwicklung des Gastgeberlandes der Fußball-WM werfen.

Der Neubau der Stadien, in denen gespielt wird, und der Bau der Infrastruktur, um diese Stadien zu erreichen, kostete und kostet etwa 2,5 Milliarden Euros. Etwa 400.000 Jobs wurden durch die Vergabe der WM geschaffen; etwa 75 % davon minder bezahlte und spätestens nach der WM sofort endende Arbeitsverhältnisse. Alles wird getan für die wohlhabenden Fußballtouristen aus Europa, die trotzdem nur zu 50% der erwarteten Größenordnung kommen… In einigen Bereichen der Wirtschaft hat in den letzten Jahren nicht die Regierung, sondern die FIFA das Sagen gehabt.

 

Das Land ist reich an Bodenschätzen. Südafrika ist der weltweite größte Exporteur von Platin und ebenfalls eine der führenden Nationen bei der Ausfuhr von Gold und Diamanten. 43 Prozent der fast 50-Mio.-Bevölkerung leben jedoch in absoluter Armut und mehr als eine Million Familien bewohnen nach wie vor die berüchtigten Townships. 40 Prozent der Südafrikaner sind arbeitslos, eine Zahl die sich auch dadurch erklärt, dass etwa 5,7 Millionen Menschen an AIDS erkrankt sind. Das Bruttosozialprodukt pro Einwohner beträgt ein Siebentel des unseren.

Die Gesamteinnahmen des Staates betragen etwa 60 Milliarden. Die WM-Stadien kosteten etwa 2,5 Milliarden – ich erwähnte es. Die Aufwendungen für Sozialmittel konnte ich nicht eruieren. Afrika-üblich werden sie sich in Grenzen halten.

Also, schaffet Recht dem Armen und der Waise und helft dem Elenden und Bedürftigen zum Recht. (Psalm 82,3).

Ich freue mich allerdings immer noch auf den Beginn des ersten Spiels am ersten Juniwochenende. Manchmal weiß ich selbst nicht, warum.

1. Glosse von Daniel Maier

Daniel Maier, AG-DIA

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