Partnerschaft: Kinderhospiz & Schule

Partnerschaft zwischen Schule und Kinderhospiz

Rituale, um mit Abschied umgehen zu können

Einzigartig: Schloss-Schule schließt Partnerschaft mit Clara-Kinderhospizdienst

(Mannheim, 18.04.2013) „Das ist der große Schatz, den wir vom Kinderhospizdienst Clara erfahren: Hospiz bedeutet Begleitung und Entlastung im Leben“, sagt Stephanie Liebers, Direktorin der Schloss-Schule Ilvesheim. Bundesweit wohl einzigartig hat nun eine Schule mit einem Kinder- und Jugendhospizdienst einen Partnerschaftsvertrag geschlossen.

Die Vereinbarung gibt der seit Jahren bestehenden engen Zusammenarbeit zwischen der Schloss-Schule Ilvesheim und Clara – Ökumenischer Kinder- und Jugendhospizdienst Mannheim einen formalen Rahmen. „Unsere Verbundenheit beruht auf persönlichen Kontakten. Daraus soll nun eine Partnerschaft von Institutionen werden“, so Liebers, die gemeinsam mit  Peter Hübinger, Direktor des Diakonischen Werks Mannheim, die Partnerschaftsurkunde in Anwesenheit von Vertretern des Regierungspräsidiums Karlsruhe, des Staatlichen Schulamts Mannheim, des Elternbeirats, der Schloss-Schule, der evangelischen und katholischen Kirche Ilvesheim sowie des Mannheimer Dekans Ralph Hartmann unterzeichnete. Regina Hertlein, Vorstandsvorsitzende des Caritasverbands Mannheim, bezeichnete den Vertrag als „eine hohe Auszeichnung für Clara.“ Der ökumenische ambulante Dienst Clara wird vom Caritasverband und dem Diakonischen Werk Mannheim getragen.

„Wir brauchen Rituale, um mit Abschied umzugehen“, betont Liebers. „Und dabei brauchen wir Unterstützung“. Die Schule und ihr Internat haben 150 Schülerinnen und Schüler, die blind oder in ihrer Sehkraft stark eingeschränkt sind. Seit mehreren Jahren ist eine Mitarbeiterin von „Clara“ regelmäßig in der Schule. Sie ist gleichermaßen für die Lehrerschaft, die Eltern und die Kinder und Jugendlichen mit chronischer und lebensverkürzender Erkrankung als Ansprechpartnerin da und hilft dadurch, Hemmschwellen abzubauen und über das Thema Tod und Trauer zu sprechen. Der Hospizdienst „Clara“ unterstützt bei Trauerfällen und bringt sich bei Elterntagen, Konferenzen und Mitarbeiterschulungen mit ein. Eltern und Lehrer nehmen das Angebot „dankbar“ an. Für Sigrid Schäfer, die Leiterin von Clara, ist ein zusätzlicher Gewinn, dass die Schloss-Schule für angehende ehrenamtliche Clara-Mitarbeitende Praktikumsplätze anbietet.

Kein Kind wird vergessen

Zur Schloss-Schule gehört ein Erinnerungsbaum: An einem Nussbaum mitten auf dem Gelände hängen ovale Holzschilder mit Namen, Geburts- und Todesdatum von Jungen und Mädchen, die die Schule besuchten und gestorben sind. Die Eltern selbst suchen den Platz für das Namensschild aus. Am Erinnerungsbaum, erzählt Schulseelsorgerin und Lehrerin Stefanie Weber, sei für alle Eltern, Schüler und Lehrer deutlich, dass loslassen nicht vergessen bedeutet. Denn der Baum sei ein sichtbares Zeichen dafür, dass kein Kind vergessen werde.

Infos
Clara - Ökumenischer Kinder- und Jugendhospizdienst, Leiterin Sigrid Schäfer, Tel. 0621 / 28000-351, e-mail: oek.kinderhospizdienst@diakonie-mannheim.de. (dv)

Bildunterschrift: Partnerschaft unter dem Erinnerungsbaum: (v.l.n.r.) Sigrid Schäfer (Kinderhospizdienst Clara), Dekan Ralph Hartmann, Regina Hertlein (Caritasverband), Stephanie Liebers (Schloss-Schule), Peter Hübinger (Diakonisches Werk), Stephanie Weber (Schloss-Schule) und Karin Motsch (Regierungspräsidium Karlsruhe).