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Eröffnung der Glockenkampagne

Glockenguss musste verschoben werden

Eröffnung der Glockenkampagne

Karlsruhe, (01.12.2017). Die bundesweite ökumenische Kampagne unter dem Motto "Hörst Du nicht die Glocken" ist am 1. Dezember in Karlsruhe eröffnet worden. In der Karlsruher Kirche Sankt Stephan „feierten der evangelische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh und der frühere katholische Erzbischof Robert Zollitsch ein ökumenisches Stundengebet. Der vor dem Karlsruher Schloss geplante Guss musste verschoben werden, da die Glockenmasse nicht die nötige Temperatur erreicht hatte.

Erzbischof em. Robert Zollitsch erinnerte in seinem Grußwort an die Geschichte der Glocken und ihre Botschaft. „Seit 1500 Jahren begleiten sie die Wege der Menschen in Europa. Sie erklingen nicht nur zu unseren Festen und zu wichtigen Ereignissen. Sie prägen unsere Kultur, laden ein zu Gottesdienst und Gebet, sie strukturierten über Jahrhunderte unseren Tagesablauf“, sagte der emeritierte Erzbischof. Er verwies darauf, dass die Erzdiözese Freiburg vor fünf Jahren das Projekt einer „Glockendatenbank“ gestartet habe. Heute zeigten mehr als 1000 Geläute die „großartige und reiche Glockenlandschaft“ in der Erzdiözese Freiburg.
Der evangelische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh unterstrich die Bedeutung der Glocken als hilfreiche Unterbrechung des Alltags. Der Klang der Glocken erinnere daran, dass Gott den Menschen frei mache „zu beten und danach zu fragen, was mich trägt, wo ich eigentlich hin will, was wirklich zählt. Die Glocke sagt: Lass dich nicht total einspannen, halte regelmäßig inne, dadurch behältst du deine innere und auch deine äußere Freiheit“, erklärte Cornelius-Bundschuh vor Pressevertretern nach dem ökumenischen Stundengebet. Überall, wo der Klang der Glocken zu hören ist, gelte: „Die Zeit wird uns geschenkt; sie ist uns von Gott anvertraut, um sie zu nutzen; sie hat Anfang und Ende.“ Die Glockenkampagne wolle an diese zentrale Botschaft erinnern.

glockenguß karlsruheVor dem geplanten Glockenguss in der Dämmerung spielte ein großer Bläserchor Adventslieder, unterbrochen u. a. durch Filme über die Tradition des Glockengusses und eine Rezitation von Teilen aus Friedrich Schillers „Lied an die Glocke“. Zuvor hatte die Firma Rosswag auf dem Schlossplatz den Klöppel für die Glocke geschmiedet.

Die Glocke mit einem Gewicht vom 130 Kilogramm und einem Durchmesser von 61 Zentimeter ist bestimmt für eine von zwei Gemeinden ökumenisch genutzte Kirche in Mannheim, der St. Pius- und Thomasgemeinde. Es ist der letzte Glockenguss der traditionsreichen Gießerei Bachert am Standort Karlsruhe. Diese zieht zum kommenden Jahr von Karlsruhe in die Region Sinsheim um; von ihr stammen u. a. die größte Glocke Baden-Württembergs in der Karlsruher Christuskirche sowie Glocken für den Hamburger Michel und die Dresdner Frauenkirche. Die Kampagne unter dem Motto „Hörst Du nicht die Glocken“ wurde in Baden entwickelt und ist jetzt eine gemeinsame Initiative der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland.

(Dr. Daniel Meier, ZfK, Evangelischer Oberkirchenrat Karlsruhe)

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