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Zuhören. Trösten. Hoffnung wecken

Neu gegründete Dorothee-Stiftung unterstützt die evangelische Klinikseelsorge in Mannheim. Initiatorin ist Pfarrerin Evelyn Brusche.

Zuhören. Trösten. Hoffnung wecken

(09.03.2018) Unter dem Dach der landeskirchlichen Stiftung hat die Dorothee-Stiftung ihre Arbeit aufgenommen: Bei einer Feierstunde in der Kapelle des Theresienkrankenhauses (TKH) dankten Kirchenrätin Sabine Kast-Streib, der Ärztliche Direktor des TKH und der St. Hedwig-Klinik Prof. Dr. Markus Haass und Dekan Ralph Hartmann der Initiatorin: Mit einem Startkapital von 100.000 Euro hat Pfarrerin Evelyn Brusche die Stiftung ermöglicht.

Sie wolle etwas von dem zurückgeben, was sie an Gutem erfahren habe in ihrem Leben, sagte Pfarrerin Evelyn Brusche bei der Auftaktveranstaltung vor zahlreichen Gästen aus Kirche und Klinik. Daher hat die Klinikseelsorgerin aus Leidenschaft, die seit 2010 am Theresienkrankenhaus und an der St. Hedwigs-Klinik wirkt, diese Stiftung initiiert. Mit dem Motto „Zuhören. Trösten. Hoffnung wecken“ trägt sie dazu bei, die evangelische Klinikseelsorge in Mannheim und besonders an diesen beiden Häusern langfristig zu sichern.

Persönliche und existenzielle Verbindung

„Unser Leben ist ein Geschenk Gottes“, so Pfarrerin Brusche, „das Leben ist dafür da, dass wir uns mit all unseren Gaben einsetzen für Gott und das Leben“. Daher ist Dorothee als Namensgeberin Ausdruck dieses Anliegens. „Dorothee“ bedeutet Geschenk von Gott oder an Gott. Evelyn Brusche hat das ganz existenziell erfahren: Denn ihre eigene Geburt hatten seinerzeit Mutter und Tochter nur knapp überlebt. „Dass ich lebe, erlebe ich täglich als ein Geschenk Gottes“, so die 62-Jährige. Vor einigen Jahren wurde ihr in mütterlicher Linie ein denkmalgeschützter Bauernhof mit Lände-reien zu eigen, um den sie sich von ihrem Mannheimer Lebensmittelpunkt aus jedoch nicht gut kümmern konnte. „Mein Herz schlägt schon lange für die Klinikseelsorge“, berichtet Brusche, „daher habe ich einen Teil dieser Erbschaft für die Stiftung genutzt.“

Da sein, wenn die großen Fragen des Lebens drängen

Im Krankenhaus fühle sie sich den Menschen besonders nahe, berichtet Evelyn Brusche. Für die Pati-enten und auch für die Mitarbeitenden als neutrale, begleitende Gesprächspartnerin da zu sein, sei ihr ein großes Anliegen. „In den langen Stunden der Nacht brechen die großen Fragen des Lebens auf“, weiß sie, „im Patientenbett, im Pflegealltag oder auch in einer OP-Pause“.

„Klinikseelsorge braucht Unterstützer und Kooperationspartner“

Dekan Ralph Hartmann dankte der Stiftungsinitiatorin, dass sie durch ihr Wirken dazu beitrage, „dass Krankenhausseelsorge ein starkes Feld und ein kontinuierlicher Dienst am Menschen“ bleibe. Kirchen-rätin Sabine Kast-Streib betonte in ihrem Grußwort für die Landeskirche, dass Klinikseelsorge eine kostbare Gabe sei: “Die Seelsorgenden machen sichtbar und spürbar, dass die Begleitung kranker Menschen eine christliche Kernaufgabe ist.“ Gestärkt durch die vielen ehrenamtlich Engagierten, reich-ten die regulären landeskirchlichen Stellen nicht aus, um den großen Bedarf zu decken. „Klinikseelsor-ge braucht Unterstützer und Kooperationspartner.“

Für den Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Markus Haass, dessen Leitbild eine „Medizin mit Herz“ ist, steht der Mensch im Mittelpunkt der Behandlung. „Auch im Zeitalter von Fallpauschalen darf der Mensch als Individuum nicht auf der Strecke bleiben“, führte er aus. Nicht nur in konfessionell geprägten Kranken-häusern, aber dort ganz besonders, sei Seelsorge wichtig, wenn Krankheiten die Grundfeste erschüt-tern und die Fragen nach Sinn und Bedeutung des Lebens aufwerfen. „Wie gut tut es Patienten, wenn sich Klinikseelsorgende und Ordensschwestern ihrer ohne Zeitdruck annehmen“, so Haass. „Die Zu-wendung zum Kranken ist gelebtes Christentum“.

Die Auftaktveranstaltung wurde musikalisch umrahmt vom Duo Almira und Antonio Martín Aranda.

Die Dorothee-Stiftung ist eine Unterstiftung der Stiftung der Evang. Landeskirche in Baden. Ihr Startkapital beträgt 100.000 Euro.
Spenden und Zustiftungen sind erwünscht.
Vorstandsvorsitzende ist Evelyn Brusche. Konto: Stiftung der Evang. Landeskirche in Baden, IBAN: DE24 5206 0410 0005 0209 72, BIC: GENODEF1EK1, Stichwort: Dorothee-Stiftung.
Infos zu Stiftungen: http://www.ekma.de/stiftungen

Bildunterschrift: Pfarrerin Evelyn Brusche, die seit 2010 am Theresienkrankenhaus und der St. Hedwigs-Klinik als Krankenhausseelsorgerin wirkt, hat die Dorothee-Stiftung initiiert. Foto: de Vos (dv)

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