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"Frieden geht"

Staffellauf gegen Rüstungsexporte von Oberndorf nach Berlin führt durch Baden

"Frieden geht"

LANDESBISCHOF: „ES GIBT MEHR ALTERNATIVEN ALS SCHIESSEN ODER NICHTS TUN“

(15.05.2018) Karlsruhe/Oberndorf/Berlin. Für mehr staatliche Investitionen in zivile Konfliktbewältigung, die Konversion der deutschen Rüstungsindustrie und gegen Rüstungsexporte hat sich der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Baden, Jochen Cornelius-Bundschuh, ausgesprochen. Anlass war der Ausblick auf den bundesweiten Staffellauf gegen Rüstungsexporte, der am 21. Mai in Oberndorf, am Sitz des Waffenherstellers Heckler&Koch, startet und über 1100 Kilometer in 83 Etappen zum Gehen, Joggen, Marathonlaufen und Radfahren nach Berlin führt. Bislang haben sich knapp 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet. Auch der Badische Sportbund unterstützt den Lauf. Aktuelle Informationen, auch zur Anmeldung und zu Begleitveranstaltungen, gibt es unter www.frieden-geht.de.

Mit dem Staffellauf gelinge es nach zwei Jahren Vorbereitung, „auf unverkrampfte Weise zu zeigen, dass verschiedene Formate für den Frieden durchaus gut zusammengehen“, betonte Roland Blach aus dem Koordinationskreis des Staffellaufs, Geschäftsführer der DFG-VK Baden-Württemberg und Organisator von Pacemaker. Die insgesamt 18 Trägerorganisationen des Staffellaufs hätten 2016 nicht vermutet, dass das Thema eine solche Relevanz bekommen würde. Der Lauf setze nun, da sich weltweit Konflikte auch mit Waffen aus Deutschland verschärften, „zur richtigen Zeit ein wichtiges Signal“. Es habe keinen Sinn auf Lösungen zu warten, ergänzte Gisela Konrad-Vöhringer aus dem Koordinationskreis. „Aber es hilft gegen die eigenen Ängste aktiv zu werden“. Sich zu beteiligen gebe Kraft. An allen Etappenorten, darunter Lahr, Karlsruhe und Mannheim in Baden, Frankfurt, Kassel, Jena und Wittenberg, sind Begleitveranstaltungen geplant.

Schirmherren des bundesweiten Staffellaufs sind der Präsident des SC Freiburg, Fritz Keller, und der ehemalige UN-Diplomat Hans-Christof Graf von Sponeck. Dieser betonte, der Prozess der Entwestlichung der Welt sei nicht aufzuhalten, Frieden könne nicht durch militärische Gewalt entstehen, sondern nur durch Gespräche und die Suche nach Kompromissen. Das gelte bei uns „für das Verhältnis von Politik und Bürgerschaft, auf internationaler Ebene müssen wir Parteien zusammenbringen, die sich eigentlich nicht zusammensetzen wollen“, so Sponeck. Denn Frieden entstehe nicht durch Monologe und das Recht des Stärkeren, sondern nur durch Dialog.

Dass „echte Sicherheit nur gemeinsam und nicht gegeneinander entsteht, fordert ein neues Verständnis“, erläuterte der badische Landesbischof Cornelius-Bundschuh. Das aktuelle Beispiel des afrikanischen Landes Kamerun mache deutlich, dass die deutsche Bundesregierung „zu wenig Energie und Personal in zivile Konfliktlösungsprozesse investiert“. Vertreter der Presbyterian Church of Cameroon, einer Partnerkirche Badens, hatten bei einem Besuch kürzlich deutlich gemacht, dass in dem bislang für ein friedvolles Miteinander der anglophonen und frankophonen Bevölkerungsteile bekannten Land die Gewalt zunehmend eskaliere und Gegengewalt provoziere. Deutschland und Frankreich müssten jetzt einschreiten und sich diplomatisch für friedlichen Dialog einsetzen, bevor die Gräben unüberwindbar würden, hatten die Brüder aus Kamerun gefordert. Aus dem christlichen Glauben heraus dränge die Kirche deshalb darauf, dass mehr über Alternativen zu militärischen Lösungen nachgedacht wird, unterstrich der badische Landesbischof: „Es gibt mehr Möglichkeiten als Schießen oder Nichtstun". (Doris Banzhaf, ZfK, Evangelischer Oberkirchenrat)

 

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