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Sorgfältig mit dem Planeten Erde umgehen

Erdüberlastungstag am 1. August macht auf den exzessiven Ressourcenverbrauch aufmerksam. Dekan mahnt zur Wahrung der Schöpfung

Sorgfältig mit dem Planeten Erde umgehen

(31.7.2018, Mannheim) Es ist ein symbolischer Termin mit brisantem Inhalt: Der Erdüberlastungstag verdeutlicht den Raubbau am Planeten Erde. Die Evangelische Kirche Mannheim mahnt, die Schöpfung konkret zu wahren und hat selbst bereits viele Schritte in Richtung Nachhaltigkeit unternommen. Im Herbst stimmen die Synodalen über ein Klimaschutzkonzept ab.

„Die Folgen des Überkonsums sind konkret“, sagt Dekan Ralph Hartmann und nennt dabei die Klimaentwicklung, Armut, Kriege und Flucht. „Wir haben nur diese eine Erde und müssen mit ihr sorgfältig umgehen“, betont er. „Unser Auftrag als Christen ist, die Schöpfung zu wahren statt sie zu ruinieren. Und unser Auftrag als Zeitgenossen ist es, gesamtgesellschaftlich mitzuwirken und dazu beizutragen, dass Gerechtigkeit und Frieden aktiv gepflegt werden.“

Klimaschutz ist Friedensarbeit

Umwelt- und Klimaschutz seien Friedensarbeit, so Hartmann. Im Konsumverhalten müsse sich einiges ändern. Deshalb ändere auch die Evangelische Kirche in Mannheim einige Parameter. Mit dem integrierten Klimaschutzkonzept, das derzeit erarbeitet und auf der Herbstsynode im November öffentlich vorgestellt wird, möchte sie auch sich selbst Maßstäbe setzen. Über die Umsetzung des Konzepts und seiner Maßnahmen bestimmen die Synodalen.

Konkretes Handeln als Institution

Bereits jetzt ist die Institution auf Klimaschutz ausgerichtet: So wird beispielswiese in den 48 Kitas frisch gekocht, wodurch CO2-relevante Kühlketten und Transportwege entfallen. Außerdem beziehen viele Kitas die Lebensmittel von Händlern aus der direkten Umgebung oder Region. Viele der Mannheimer Gemeinden beteiligen sich am Umweltmanagementsystem „Grüner Gockel“. Die Kirchenverwaltung hat schon länger auf Ökostrom und Recyclingpapier umgestellt. 2018 hatte auch der Mannheimer Kirchenbezirk zum siebenwöchigen Klimafasten aufgerufen. Mit eigener Stromproduktion leistet die Institution einen weiteren wichtigen Beitrag: So bestehen bereits Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Philippuskirche in Käfertal, dem Gemeindehaus in Sandhofen und der Kita Melanchthonweg in der Neckarstadt. Weitere Anlagen auf den Dächern der Kitas Fürstenwalder Weg (Vogelstang) und Am Brunnengarten (Neckarstadt) folgen in Kürze. Auch die im März 2018 installierte Photovoltaikanlage auf dem Dach in M1 liefert Strom und läuft in diesem fast wolkenlosen Sommer auf Hochtouren. Die 96 Module liefern für das Haus der Evangelischen Kirche in M1 aktuell 84 % des täglichen Strombedarfs.

Info: Der Begriff „Earth Overshoot Day“ beschreibt bildlich, was die Nichtregierungsorganisation Global Footprint Network alljährlich dokumentiert. Der Organisation zufolge hat der Mensch im Zeitraum 1. Januar bis 1. August 2018 so viele Ressourcen verbraucht, wie die Erde im ganzen Jahr erneuern kann. Er hat beispielsweise mehr Nahrungsmittel, mehr Pflanzen und mehr Holz verbraucht, als auf Acker-, Weide- und Waldflächen in zwölf Monaten nachwachsen kann. Besonders gravierend ist der Ausstoß von CO2, der deutlich höher ist, als die Ozeane und Wälder absorbieren können. Die Entwicklung ist deutlich: Fiel der Erdüberlastungstag im Jahr 1971 noch auf den 20. Dezember, war er 1975 bereits für den 5. Oktober berechnet. Für Deutschland war der Erdüberlastungstag bereits für den 2. Mai berechnet, drei Monate vor dem globalen Mahntag. Nach Berechnungen des Potsdam-Instituts für Klimaforschung entfallen aktuell auf jeden Bundesbürger im Schnitt jährlich elf Tonnen CO2. Gemäß den globalen Klimaschutzzielen dürfte er bei lediglich ein bis zwei Tonnen pro Person liegen. Deutschland lebt dabei deutlich über die Verhältnisse. Der globale „overshoot“ ist so hoch, dass für den Verbrauch 1,7 Erden vonnöten wären. Für Deutschland ist die Quote sogar noch höher: Wenn alle Menschen so leben würden wie die Bundesbürger, bräuchte es drei Erden (Angaben aus Ökotest, Juli 2018, S. 10-23). Foto: pixabay. (dv)

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