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Evangelische Kirche stellt sich ihrer Schuld bei sexualisierter Gewalt

Evangelische Kirche stellt sich ihrer Schuld bei sexualisierter Gewalt

(15.11.2018) Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm wird nach der Missbrauchsstudie der katholischen Kirche immer häufiger gefragt: Gibt es auch in der evangelischen Kirche einen Missbrauchsskandal? Auch wenn wir als evangelische Kirche nochmal andere Kulturen haben als die katholische Kirche und man das nicht gleichsetzen kann, ist es für uns Grund noch einmal genau hinzuschauen: Was gibt es in der evangelischen Kirche an Mechanismen, die so was befördern oder nicht genug tun, um es zu verhindern. Und wenn es dann doch passiert, was müssen wir tun, um die Prozesse zu verbessern, um die Opfer zu schützen", sagt Bedford-Strohm. Wirkungsvolle Prävention braucht Aufarbeitung. Daher will die evangelische Kirche nun den sexuellen Missbrauch in den eigenen Reihen mit einem elf-Punkte-Plan bekämpfen und durch zwei wissenschaftliche Studien ergänzen.

Der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh ist eines von fünf Mitgliedern im Beauftragtenrat der EKD zum Thema Missbrauch. Die badische Landeskirche hat bereits 2010 eine Studie zu diesem Thema erstellen lassen. Sie ist zudem präventivaktiv mit dem Schutzprojekt "Alle Achtung: Grenzen achten, vor Missbrauch schützen", das für alle evangelischen Gemeinden in Baden bindend ist. Es gibt ein Vertrauenstelefon, bei dem ein erfahrener Psychologe mit den Betroffenen auch klärt, welche weiteren Schritte unternommen werden können. Bei Zustimmung des Opfers wird grundsätzlich die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, sobald der Verdacht sexuellen Missbrauchs bekannt wird. Hauptamtliche, die für die Kirche tätig sind, werden bis zum Ende der Ermittlungen vom Dienst suspendiert. Jeder Missbrauch zerstört. Jeder Missbrauch ist einer zu viel. Foto: pixabay.

Lesen Sie hier die Stellungnahme des badischen Landesbischofs Cornelius-Bundschuh.

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