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Adventskranz seit 179 Jahren

Johann H. Wichern entzündete 1839 den ersten Adventskranz- mit 23 Kerzen.

Adventskranz seit 179 Jahren

(27.11.2018) Er ist meist aus dickem Tannengrün und hat vier Kerzen. Doch der allererste Adventskranz war ein hölzernes Wagenrad, mit 23 Kerzen bestückt. Sein Erfinder ist der evangelische Theologe Johann Hinrich Wichern, der Begründer der Diakonie.

Ein Wagenrad im Betsaal mit roten und weißen Kerzen

Am ersten Adventssonntag 1839 entzündete Johann Hinrich Wichern im Kinderheim „Rauhes Haus“ in der Nähe von Hamburg, dessen Vorsteher er war, den ersten Adventskranz. Er war eine Art leuchtender Adventskalender. Der Kranz hing im Betsaal des Waisenhauses: Ein Wagenrad mit 19 kleinen roten Kerzen für die Wochentage und mit vier dicken weißen Kerzen für die Adventssonntage. Das Kerzen anzünden begann erst am ersten Adventssonntag. Daher variierten von Jahr zu Jahr die Anzahl der roten Wochentagskerzen. Im Jahr 1839 waren es 23 Tage bis zum 24. Dezember. So veranschaulichte Wicherns Erfindung den Kindern eindrücklich, wie viele Tage es noch bis zum Heiligen Abend waren. Ein Nebeneffekt war auch, dass die Jungen und Mädchen das Zählen lernten und übten. Erst Jahrzehnte später wurde der Kranz mit Tannengrün gebunden und schmückte auch evangelische Kirchen und Privathaushalte. Erstmals soll ein Adventskranz 1925 in einer katholischen Kirche in Köln gehangen haben. Längst sind von den ursprünglich über 20 Kerzen nur die vier Sonntagskerzen übriggeblieben.

In Mannheim erinnern die „Wichern“, das Kirchenschiff der evangelischen Schifferseelsorge, und das Pflegeheim „Wichernhaus“ der Gemeindediakonie in Neckarau an den Begründer der Diakonie.

Lebendige Adventskalender, gemeinsames Singen und stimmungsvolle Konzerte

2018 wird an den Adventskränzen die erste Kerze am 2. Dezember angezündet. Viele Gemeinden laden zuvor zu stimmungsvollen Veranstaltungen ein: Die Lukaskirche (Rottfeldstr. 16/18, Mannheim-Almenhof) lädt am Samstag, 1. Dezember um 14.30 Uhr zur Weihnachtswerkstatt ein und anschließend zur Einstimmung in den Advent an einem der größten Adventskränze Mannheims, der aus meterlangen Baumstämmen besteht. An der Johanniskirche in Mannheim-Lindenhof stimmt vom 30. November bis zum 2. Dezember der Adventsmarkt auf die vorweihnachtliche Zeit ein, wozu auch das ökumenische Adventsliedersingen am 1. Advent um 16 Uhr gehört. Auf dem Kirchplatz vor der Unionskirche (Unionstr. 6, Mannheim-Käfertal) findet am Samstag, 1. Dezember ab 16 Uhr das Christbaumschmücken mit gemeinsamem Singen bei Plätzchen und Glühwein statt.

Stimmungsvoll mit Kerzenschein erleuchtet ist die Christuskirche an den Samstagen 1., 8. und 15. Dezember jeweils um 18.30 Uhr: Die halbstündige Einstimmung in der „Christuskircheim Kerzenschein“ mit Text und Musik gestalten die Theater-AGs des Johann-Sebastian-Bach-Gymnasiums und des Lessinggymnasiums mit. Viel Musik erklingt in der Adentszeit in den evangelischen Gemeinden. So beispielsweise am 16. Dezember um 17 Uhr in der CityKirche Konkordien die Große Messe in c-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Melanchthonkirche lädt am Dienstag, 4. Dezember um 20 Uhr zum Weihnachts-Mitmachkonzert mit „ART-im-TAKT“, dem Chor der Freilichtbühne unter Leitung von Thomas Nauwartat-Schultze ein.
Info: Weitere Konzerte und andere Termine als App unter kirchenmusik-kalender.de (dv)

Bildunterschrift: Der evangelische Theologe Johann Hinrich Wichern erfand 1839 den Adventskranz: Ein Wagenrad mit roten Wochentags- und weißen Sonntagskerzen. Erst Jahrzehnte später kam Tannengrün hinzu.Foto: Rauhes Haus.

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