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Jahreslosung 2019: „Suche Frieden und jage ihm nach!“

Jahreslosung 2019: „Suche Frieden und jage ihm nach!“

(17.12.2018) Die von den Kirchen gewählte Jahreslosung 2019 ist Aufruf und Appell. Das Bibelwort aus Psalm 34,15 „Suche Frieden und jage ihm nach!“ fordert zu innerem und äußerem Frieden auf. Denn Friedensarbeit bleibt 400 Jahre nach Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges und 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges unverändert eine Aufgabe für die Gegenwart und die Zukunft.

Die Jahreslosung, so Dekan Ralph Hartmann, sei „mit einem Gespür dafür ausgesucht worden, dass der Frieden bei uns in einer Weise bedroht ist, wie wir es lange Zeit nicht wahrgenommen haben“. Dies betreffe nicht nur Kriege, sondern auch Strömungen in der Gesellschaft und der Umgang im täglichen Miteinander. Sein katholischer Kollege Karl Jung betont: „Schon der 101. Deutsche Katholikentag in Münster 2018 stand unter diesem Leitwort, das verdeutlicht, worauf es tagtäglich ankommt ­­– auf den freien Willen zum und dem bewussten Handeln für den Frieden.“

Dass sich die evangelische und die katholische Kirche in Mannheim in der Verkündigung der Friedensbotschaft Jesu und zugleich mit einem öffentlichen Impuls in die Stadtgesellschaft hinein für Frieden einsetzen, machten sie auch mit einer vielbeachteten Großveranstaltung deutlich: An dem Aufruf „Für Demokratie, Menschlichkeit und Rechtsstaat“ am 3. Oktober 2018 mit Kundgebung und Demonstration nahmen mehr als 9.000 Menschen teil. Dieser Aufruf, so Hartmann, war auch ein „Weckruf in unsere Gesellschaft“. Das, sagt Stadtdekan Jung „haben wir als eine Botschaft des Friedens wahrgenommen.“

Mit Blick auf die Menschen, die vor Kriegen fliehen, sagt Hartmann: „Wir haben uns beinahe daran gewöhnt, in Kriege verwickelt zu sein“. Daher sei es gut, dass die badische Landeskirche beschlossen habe, als „Kirche des gerechten Friedens“ die Wurzeln der Gewaltfreiheit wieder zu stärken. Es reiche nämlich nicht, sagt Jung, dass man Konflikte nur eindämme und einen zweckbedingten, provisorischen Frieden erzwinge. „Es geht um eine beständige Humanisierung – für diese setzenwir uns als Kirchen ein.“

Info: Die Jahreslosungen werden von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB) festgelegt. Ihr gehören 20 evangelische und katholische Mitgliedsverbände aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich an. Die Mitgliedsverbände reichen jeweils zwei Vorschläge ein, über die im Plenum abgestimmt wird. Der Vers mit der absoluten Mehrheit wird zur Jahreslosung. Der Ursprung der Jahreslosung war Protest: Die Jahreslosungen entstanden während des Nationalsozialismus und wurden von dem württembergischen Pfarrer und Liederdichter Otto Riethmüller (1889-1938) initiiert, dem wir die jetztige Textbearbeitung des Kirchenlieds „Sonne der Gerechtigkeit“ verdanken. Er war Vorsitzender der Jugendkammer der Bekennenden Kirche, die sich gegen die Vereinnahmung der Kirchen durch die NS-Ideologie stellte. Riehtmüller kämpfte in diesem Gremium darum, dass die Evangelische Jugend nicht Teil der Hitlerjugend werde. Mit den Jahreslosungen wollte der den NS-Parolen einen Bibelvers entgegenstellen. Die Tradition der Jahreslosungen begründete er 1934.

Die Jahreslosungen werden lange im Voraus bestimmt und liegen für die kommenden Jahre bereits vor. Für 2020 lautet sie: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ (Markus 9,24) und für 2021 „Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ (Lukas 6,36). (dv/schu)

Jahreslosung 2019

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