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JUDAS am Karfreitag

Nationaltheater: Aufführung mit Samuel Koch, Gespräch mit Dekan Hartmann

JUDAS am Karfreitag

(09.04.2019, Mannheim) Passend zum Karfreitag wird am 19. April um 18 Uhr das Monologstück „Judas“ im Nationaltheater Mannheim aufgeführt. Im Anschluss an die Vorstellung sprechen Schauspieler Samuel Koch undDekan Ralph Hartmann, moderiert von Schauspiel-Intendant Christian Holtzhauer, über den (vermeintlichen) Verräter.

Schauspielintendant Christian Holtzhauer wird das Gespräch moderieren: „Ich freue mich, dass wir - die Evangelische Kirche in Mannheim und das Nationaltheater - am Karfreitag unsere Kräfte bündeln und gemeinsam über Fragen von Verantwortung für unser Handeln, von Selbst- und Fremdzuschreibung, von Ehrlichkeit und von der Rolle des Sündenbocks in unserer Gesellschaft diskutieren.“

Was ist Verrat und was ist Freiheit? Für Dekan Ralph Hartmann geht es in dieser Judas-Interpretation „um existentielle Menschheitsfragen: Die Frage, wer eigentlich Geschichte schreibt, meine eigene kleine Lebensgeschichtegenauso, wie die universale Schöpfungs- und Weltgeschichte. Es geht um den unauflösbaren Zusammenhang von Verantwortung und Schuld - und somit auch um die Frage nach Vergebung.“ Ihn interessiert im Gespräch mit Samuel Koch dessen persönliche und auch seine Sicht als Schauspieler auf diese disparate Figur.

Judas gilt als der Mann, der Jesus Christus verraten hat. „Denn dieser sollte ihn verraten: einer der zwölf“, heißt es in der Bibel. Die Niederländerin Lot Vekemans, eine der wichtigsten zeitgenössischen Dramatikerinnenihres Landes, erzählt die biblische Geschichte anders, nämlich als Dienst eines Freundes. Demnach traf Judas seine Entscheidung nach reiflicher Überlegung, um nach eigener Überzeugung Jesu bei seinem Wirken zu unterstützen. „Zwei Freunde und ein Deal – und die angenommene Bestechungsgabe, dreißig Silberlinge“, heißt es in der Ankündigung.

Das Einmannstück lässt Judas die Ereignisse aus seiner Sicht schildern: Dort ist Judas ein moderner Performer, der das Publikum überzeugen möchte von der Notwendigkeit seines Handelns. Denn es war notwendig für Gottes Heilsplan. Schließlich sollte die Menschheit durch Jesu Opfertod erlöst werden. Das Stück stellt die Frage nach Bestimmung und Verantwortung, freiem Willen und der Verkettung unglücklicher Zufälle. Foto: Nationaltheater/Christian Kleiner. (dv)

 

Judas

Karfreitag, 19. April, 18 Uhr

Im Anschluss an die Vorstellung: Gespräch mit Schauspieler Samuel Koch und Dekan Ralph Hartmann, Evangelische Kirche Mannheim, Moderation: Christian Holtzhauer, Intendant Schauspiel

Nationaltheater Mannheim, Schauspielhaus

Goetheplatz, 68161 Mannheim

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