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„Eure Untaten machen unseren Zusammenhalt stärker“

„Forum der Religionen – Mannheim“: Friedensgebet für die Opfer von Sri Lanka

„Eure Untaten machen unseren Zusammenhalt stärker“

(Mannheim, 28.4.2019) „Wir stehen auf gegen Gewalt, gegen Kaltherzigkeit, gegen Menschenverachtung“, mit diesem energischen Apell hatte der katholische Dekan Karl Jung am Freitag das interreligiöse Friedensgebet des „Forum der Religionen – Mannheim“ für die Anschlagsopfer von Sri Lanka in der St. Sebastian-Kirche eröffnet. Juden, Christen und Muslime setzten durch das gemeinsame Gedenken, Beten und Entzünden von Kerzen, dem weltweiten Terror ein Bild der Hoffnung, des Zusammenhalts und des Friedens entgegen.

Die Forums-Sprecher verurteilten einhellig den Tod so vieler Unschuldiger. Talat Kamran, Leiter des Mannheimer Institut für Integration und interreligiösen Dialog, zitierte hierzu aus dem Koran: „Wer einen Unschuldigen tötet, tötet die Menschheit.“ Daher werde man derart unmenschliche Terrorakte nicht hinnehmen. Denn sie richteten sich im Grunde gegen alle Menschen, so Kamran. Das betonte auch der erste Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Mannheims, Majid Khoshlessan. Er erinnerte an die Anschläge in Christchurch gegen Muslime, an das Attentat in der Synagoge „Tree of live“ in Pittsburgh und die vielen Verletzten und Toten in Sri Lanka. „Niemand ist vor Terror geschützt, unabhängig welcher religiösen Überzeugung er ist.“

Doch Vergeltung sei die falsche Antwort auf Fanatismus, Hass und irregeleitete Ideologien, betonten die Forum-Mitglieder. Vielmehr bedürfe es eines unverändert starken Einsatzes für Verständigung und Respekt zwischen den Religionen: „Nur wenn wir zueinanderstehen, können wir zum Frieden beitragen“, erklärte Khoshlessan. Geradezu kämpferisch unterstrich der evangelische Dekan, Ralph Hartmann, diese Aussage: „Diesem Hass und dieser Gewalt stellen wir heute trotzig unsere Freundschaft entgegen. Die Terroristen sollen wissen: "`Eure Untaten machen unseren Zusammenhalt stärker, lassen uns enger zusammenrücken und zusammenstehen.´"

Dass dieser Zusammenhalt zwischen den Religionen in Mannheim stark ist, dafür hatten die Einladenden ganz persönlich Zeugnis gegeben: So sei der Anstoß für das gemeinsame Gedenken von den muslimischen Freunden ausgegangen, erläuterte Karl Jung. Und auch, dass das Friedensgebet am Freitag stattfand – dem Gebetstag gläubiger Muslime – ist ein deutliches Zeichen. Ebenso hatten die Juden – während ihres Hochfests Pessach und eine Stunde vor Beginn des Schabbat – dieses gemeinsame Zeichen für ein verständnisvolles Miteinander mitgetragen. Dekan Ralph Hartmann hatte tags zuvor seinem verstorbenen Vater das letzte Geleit gegeben. „Das alles zeigt, wie wichtig uns allen Frieden und das Miteinander sind“, so Jung. Er dankte daher explizit allen Mitfeiernden – darunter auch Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz.

Über das gemeinsame Gebet, Gedenken und die Verständigung der Religionen untereinander hinaus, gehöre zum Einsatz für den Frieden in Mannheim und Europa, am 26. Mai demokratische Parteien zu wählen. „Damit stärken wir unser friedvolles Zusammenleben“, sagte Majid Khoshlessan.
(schu/Bilder: Forum der Religionen/schu)

 

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