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Investieren ist sparen

Investieren ist sparen

(16.10.2019) Die Soziologin und Ökonomin Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe informierte in M1-Haus der Evangelischen Kirche über den volkswirtschaftlichen Nutzen, der durch frühe Förderung von Kindern entsteht. Kernpunkt ihrer Betrachtungen sind dabei die niederschwelligen und für Schwangere sowie Eltern von unter dreijährigen Kindern kostenfreien Drop In(klusive).
Das Bundesland Hessen bietet sie nach wissenschaftlicher Evaluation landesweit an, in Rheinland-Pfalz gibt es ebenfalls Drop In’s, in Baden-Württemberg ein einziges: in der evangelischen Kita Brunnenweg im Stadtteil Herzogenried.
„Die Bildungsförderung müssen wir so ernst nehmen wie die Autoindustrie“, sagte Meier-Gräwe in ihrem Vortrag „Rendite durch Bildung“. Der Umfang und die Folgen von Armut, ist Prof. Meier-Gräwe überzeugt, „werden politisch unterschätzt“. Zudem brauche ein Land wie Deutschland neben dem Fokus auf Handwerk und Industrie ein weiteres Standbein als Dienstleistungsgesellschaft.
Auch dafür seinen gut ausgebildete Menschen notwendig.
Die Bildungsbiographie, das zeigen Meier-Gräwes mit hoher Praxisrelevanz vorgenommenen Forschungen, entscheidet sich früh und im Elternhaus. Deshalb sei das Konzept der Drop In(klusive) die die Karl Kübel Stiftung, Bensheim, in Deutschland etabliert hat, so wertvoll. Denn es hat den Fokus nicht nur auf die Kinder, sondern ganz stark auf die Eltern. Sie sind prägend für die Bildungsbiografie ihrer Kinder.
„Die volkswirtschaftliche Dimension des Sozialen wird in unserer Gesellschaft weitgehend unterschätzt“ sagt Prof. Meier-Gräwe. Es sei ungleich günstiger, in den frühen Jahren in Förderung zu investieren statt später die Folgen zu finanzieren. Denn eine Kosten-Nutzen-Rechnung, die nicht nur einzelne Lebensphasen betrachtet, sondern den gesamten Lebensverlauf, sei eindeutig:
Eine niederschwellige Anlaufstelle und Begleitung, die die Elternteile stärkt, wertschätzt und unterstützt, sei eine „kleine Investition mit großer Wirkung“. Die kostenfrei angebotenen Drop In’s, deren Finanzierung pro Jahr rund 8.000 Euro für eine Elternbegleiterin auf Honorarbasis kostet, böten zudem eine Begegnungsfläche für Mütter und Väter durch alle Bevölkerungsschichten hindurch. Damit wirke ein Drop In(klusive) auch aktiv gegen Segregation und das Auseinanderdriften der Gesellschaft. „Die Wertschöpfungspotentiale für die Gesellschaft sind sehr groß“, so die Fachfrau.

Infos zum Konzept von Drop In(klusive): www.kkstiftung.de

Infos zum Drop In(klusie) in Mannheim: Dekanstellvertreterin Anne Ressel, Mail: anne.ressel@ekma.de

Lesen Sie hier den Vortrag von Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe.

Bildunterschrift: Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe (Mitte) mit Sabine Zehenter (Abt.Leiterin Kitas, links) und Daniela Kobelt Neuhaus (Vorstand Karl Kübel Stiftung).

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