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Das Korsett entfernen und aus dem Dornröschenschlaf erwecken

Turm der Trinitatiskirche: Workshop mit Ideen für die künftige Nutzung

Das Korsett entfernen und aus dem Dornröschenschlaf erwecken

(22.01.2020, Mannheim) Für den freistehenden Turm der Trinitatiskirche in der Mannheimer Innenstadt mit seinen vier großen Zwischengeschossen sucht die Evangelische Kirche Mannheim ein Nutzungskonzept. Dazu fand am 21. Januar ein Workshop statt.

Ziel des Workshops war, Nutzungskonzepte für den Turm zu entwickeln, die eine Strahlkraft im und ins Quartier entwickeln können, sich am Gemeinwohl orientieren und perspektivisch finanziell tragfähig aufgestellt sind. Er freue sich auf den kreativen Input, betonte Dekan Ralph Hartmann zum Auftakt des Workshops, zu dem mehr als 40 Kreative aus Mannheim und ganz Deutschland aus den Bereichen Kirche und Kommune, Architektur und Denkmalschutz, Stadtplanung und urbane Räume, Kultur und Kommunikation eingeladen waren. Die Aufgabe, so Hartmann, sei inspirierend und herausfordernd zugleich. Denn es gelte, nicht irgendeine Nutzung für den Trinitatis-Turm zu entwickeln. Vielmehr sei wichtig, dass „Kirche sich weiterhin mit diesem Gebäude verbinden kann, dass eine Nutzungskonzeption sich auf die Geschichte und auch auf den Denkmalschutz bezieht und dass wir sinnvoll in das Gemeinwesen hineinwirken.“

„empower the tower“

In acht Gruppen entwickelten die Fachleute mögliche Szenarien. Allen war zueigen, den Trinitatis-Turm strahlkräftig zu nutzen, innovativ zu denken und dabei sozialräumlich zu agieren. Eine dieser Skizzen war betitelt mit „empower the tower“. Dies, sagte Dekan Ralph Hartmann „steht gewissermaßen als Überschrift für das gesamte Vorgehen“. Hartmann dankte den Fachleuten für ihre Ideen und Kreativität, die helfen, „dass wir aus den Boxen herauskommen, in denen wir bisher gedacht haben“. Die nächsten Schritte werdensein, die Projektideen zu sondieren und zu bewerten. Ein Zeitrahmen für das weitere Vorgehen steht noch nicht fest.

Der Trinitatis-Turm ist mit seiner Grundfläche von 7 x 7 Metern ebenso quadratisch wie der Grundriss der Mannheimer Innenstadt. In seinem Untergeschoß befindet sich die Grablege der beiden einzigen Wittelsbacher, die um 1780 dem lutherischen Glauben treu geblieben waren. Der 55 Meter hohe Turm, der über vier Zwischengeschosse mit jeweils großzügigen ca. 28 Quadratmetern Fläche und 6,8 Metern Höhe verfügt, soll durch eine Nutzung belebt werden. Dabei soll das Geschehen im EinTanzHaus und auf dem Kirchvorplatz eingebunden sein.

Die nach Plänen von Helmut Striffler errichtete Trinitatiskirche ist seit 2017 als EinTanzHaus ein weit über die Region hinaus beachteter Proben- und Aufführungsort der freien Tanzszene. Diese Zwischennutzung erstreckt sich nicht auf den markanten, freistehendenTurm und seine großzügigen Innenräume. Der Turm ist seit 2017 vollständig eingerüstet.

 

Bildunterschrift: Mehr als 40 Kreative aus Mannheim und ganz Deutschland entwickelten Ideen für die Nutzung des Turms der Trinitatiskirche. Jede der Gruppen war ausgestattet mit Plänen und einem farbigen Trinitatis-Turm. Foto: de Vos

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