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Ökumenische Osterbotschaft der Dekane Hartmann und Jung

Ostern findet statt

Ökumenische Osterbotschaft der Dekane Hartmann und Jung

Es grünt und blüht um uns herum. Der Frühling und das Leben bricht sich Bahn. Ganz ungeachtet, wie weit unser eigenes Leben im Moment von der Normalität entfernt scheint. Als wollte uns die Natur sagen: „Schau hin. Es geht weiter!“
Sehen wir uns also um. Schon etwas Alltägliches wie Einkaufen ist anders. Man läuft Slalom zwischen den Regalen, um den Mindestabstand nicht zu unterschreiten. Und da, blitzt ein Lächeln auf. Erreicht ein „Dankeschön!“ das Ohr. Gegenseitige Rücksichtnahme wird zutiefst menschlich mit Dankbarkeit und Freundlichkeit belohnt. Ja, diese Situation verändert nicht nur unsere Gewohnheiten. Auch das Miteinander ist ein anderes. Anfangs vielleicht noch etwas chaotisch, vielleicht nicht bequem, aber nicht unbedingt in jeder Hinsicht schlecht.
Die Corona-Pandemie greift tief in unseren Alltag ein. Wir verzichten auf Nähe, achten auf Distanz, weil wir andere Menschen schützen wollen. Dabei ist das gerade jetzt in der Karwoche und an den Osterfeiertagen auch für uns als Dekane in Mannheim eine ganz und gar ungewohnte Situation. Auch wir vermissen die große Gottesdienstgemeinschaft. Denn kirchliches Leben findet ebenfalls ganz anders statt.
Wer auch hier genau hinsieht, erkennt schnell: Ja, es finden keine öffentlichen Gottesdienste statt. Aber es bewegt sich trotz der Enge des persönlichen Spielraums ganz viel. Da wächst etwas. Da entsteht Neues. Geben wir all dem eine Chance?
Auch die Jünger haben es zunächst nicht geglaubt, als Jesus Grab leer war. Sie konnten sich einfach nicht vorstellen, dass Jesus auferstanden sein könnte. Dass ihr Glaube ohne Jesu Nähe Bestand haben könnte. Auch sie brauchten Zeit. Und so stand und steht Ostern ebenso für schmerzhafte und tiefgreifende Veränderungen, aus denen aber letztliche eine Botschaft entspringt, die tiefer geht, als alles andere: „Die Liebe Gottes ist stärker als der Tod und damit stärker als alles was uns trennt.“ Welche Botschaft könnte in diesen Tagen tröstlicher sein, als diese Osterbotschaft?
Wenn also Glocken zu den gewohnten Gebetszeiten der Kar- und Ostertage erklingen, dann ist ihr Klang ein Signal, dass Ostern bei jedem von uns ganz unmittelbar geschehen will. Das Wissen, dass zur selben Zeit Menschen Kerzen entzünden, ein Gebet sprechen oder ein Lied anstimmen, schafft Gemeinschaft, Zusammenhalt und eine Nähe der Herzen.
Wir sind gemeinsam Glaubende, gemeinsam Hoffende – also lassen Sie uns gemeinsam der Osterbotschaft vertrauen und Gemeinschaft neu erfahren. Denn eines ist sicher: „Ostern findet statt – nur eben anders.“

Dekan Karl Jung                                                      Dekan Ralph Hartmann
Katholische Kirche in Mannheim                        Evangelische Kirche in Mannheim

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