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Impuls der Landeskirche zum Volkstrauertag

„Corona als gesellschaftlicher Riss und Chance zur Neuausrichtung“

Impuls der Landeskirche zum Volkstrauertag

Karlsruhe. Unter dem Titel „Corona als Riss“ haben Mitarbeitende verschiedener kirchlicher Arbeitsbereiche und Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh zum Volkstrauertag (15.11.) die Folgen der Pandemie aus unterschiedlicher Perspektive beleuchtet. Der geistliche Impuls geht zum Volkstrauertag online.

Bernhard Schneider, Hauptgeschäftsführer der Evangelische Heimstiftung (Stuttgart), schildert im Gespräch mit dem Landesbischof die Herausforderung der sogenannten zweiten Welle: „Wir müssen lernen, dass auch in einer Corona- Pandemie alte Menschen Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung haben, auch wenn damit ein stückweit Lebensrisiko verbunden ist. Gleichzeitig erwächst daraus die Verantwortung, alles dafür zu tun, dass ein größtmöglicher Schutz besteht“.

Bezirksjugendreferentin Daniela Unmüßig (Karlsruhe) ruft dazu auf, Jugendliche nicht als „Buhmänner“ zu stigmatisieren, sondern sie ernst zu nehmen und zu signalisieren, dass sie gebraucht werden. Für viele junge Menschen seien die coronabedingten Einschränkungen im Alltag und in der Lebensplanung gravierend. Wichtige nächste Schritte in ihrer Entwicklung, wie zum Beispiel einen Freiwilligendienst, können sie nicht planen. „Es hinterlässt biographische Spuren, in dieser prägenden Lebensphase mit diesen Umbrüchen umzugehen“, sagt Unmüßig.

Die Mitarbeiterin des „Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt“ und Leiterin der Beratungsstelle "Faire Mobilität in Mannheim" Renate Zäckel erinnert an die Missstände vor allem in der Fleischindustrie, unter denen viele ausländische Arbeiter/-innen zu leiden hätten und die durch Corona nur vorübergehend stärker in den Blick geraten seien. „Was diese Menschen jetzt brauchen, ist eine Verbindlichkeit von Politik und Wirtschaft, sich auf bessere Standards festzulegen“, erklärt Zäckel.

Manchmal werde durch einen Riss etwas deutlicher, was vorher auch schon verdeckt da war, führt der badische Landesbischof aus. „Corona ist wie ein Riss, der durch unser Leben geht. Vieles, was selbstverständlich war, ist zerbrochen.“ Corona berge aber auch eine Chance, innezuhalten und sich neu auszurichten. Dies könne dazu führen, zu „entdecken, was wirklich wichtig ist im Leben, nachdenklicher werden, die eigenen Grenzen als heilsam wahrnehmen, sich am Miteinander und Füreinander freuen und dankbarer leben inmitten von anderem Leben.“ Durch den Riss könne auch ein neues Licht von Gott entgegen scheinen.

Der Geistliche Impuls „Corona als Riss“ findet sich ab Sonntag (15.11.) auf www.ekiba.de/kirchebegleitet

(Dr. Daniel Meier, Evangelischer Oberkirchenrat Karlsruhe, Zentrum für Kommunikation)

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