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Mannheimer Demokratiepreis verliehen

Mannheimer Demokratiepreis verliehen

Auch in diesem Jahr wurde am Tag der Deutschen Einheit unter der Anwesenheit von Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz der Mannheimer Demokratiepreis von einem Bürgerbündnis aus Kirche, Kultur, Schule und Sport verliehen. Die verschiedenen Preise zeichnen Personen und Projekte aus, die durch persönlichen Einsatz und Engagement die Demokratie stärken.

Zu den diesjährigen Preisträger*innen und ausgezeichneten Projekten gehören:

Der mit 2500 Euro dotierte 1. Preis geht an das »Projekt Bock auf Wahl«, das ein Kooperationsprojekt des Johann-Sebastian-Bach-Gymnasiums, der Carl-Benz-Schule, der Landeszentrale für politische Bildung, der Stadt Mannheim und des Stadtjugendrings Mannheim ist. »Bock auf Wahl« will jungen Menschen aller Schularten Spaß und Freude an Politik vermitteln und sie nachhaltig für politische Teilhabe als mündige Bürger*innen begeistern. Dafür wurden Mannheimer Schüler*innen zu Podiumsdiskussionen in das Capitol oder zu digitalen Veranstaltungen eingeladen, bei denen Heranwachsende neben der Moderation auch für die Organisation sowie für die lebendige und jugendgerechte Aufarbeitung verantwortlich waren. Auch die moderne Gestaltung der Print-Kampagne, die im Frühjahr 2021 in Mannheim plakatiert war, wurde von Jugendlichen erarbeitet.

Der mit 1500 Euro dotierte 2. Preis geht an den Verein KZ-Gedenkstätte Sandhofen e.V. für ihr Schul-AG-Projekt »Was hat ein Kaninchen mit unserer Geschichte zu tun?«. Der Verein behandelt in dem Schul-AG-Projekt altersgerecht das Thema Nationalsozialismus mit Kindern im Alter von 6 bis 10 Jahren und ist damit Vorreiter, da sich lange Zeit das pädagogische Angebot der Gedenkstätten in Baden-Württemberg ausschließlich an Schüler*innen der Sekundarstufe ab der Klasse 8/9 richtete. In dem erarbeiteten Konzept geht es nicht um die Vermittlung von Faktenwissen, sondern darum, ein niedrigschwelliges interaktives Angebot historischen Lernens zu machen, das thematisch um die Schwerpunkte Diskriminierung, Ausgrenzung und Verfolgung kreist. Es erhebt den Anspruch, Kinder im Umgang mit Geschichte zu sensibilisieren, ihr politisches und demokratisches Bewusstsein zu schärfen und zu einer Orientierung an Menschenrechten zu motivieren.

Der mit 1000 Euro dotierte 3. Preis würdigt das große Einzelengagement von Rouven Gruber, der sich seit seinem 14. Lebensjahr aktiv für Mannheimer Hilfsorganisationen einsetzt, um Kinder und Jugendliche zu einem besseren und sichereren Leben zu verhelfen. Dies geschieht größtenteils durch eigenorganisierte Spendenprojekte und eigene Konzerte, die der Singer-Songwriter gibt, aber auch durch Kooperationen. So z.B. durch die Zusammenarbeit mit FreeZone für das gemeinsame Projekt »S-Punkt« am Alten Messplatz, wo sich Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 21 Jahren nicht nur von Montag bis Freitag eine kostenlose warme Mahlzeit abholen können, sondern begleitet durch Sozialarbeiter*innen auch jederzeit auf ein professionelles offenes Ohr für ihre Probleme treffen.

Für besondere sprachliche Leistungen hat das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS) einen mit 500 Euro dotierten Preis gestiftet. Diese Auszeichnung erhielt die Jugendgruppe des Interkulturellen Haus Mannheim e.V. für den Film »An deiner Stelle«. In ihm setzten sich Kinder und Jugendliche mit verschiedenen Migrationshintergründen – Eritrea, Deutschland, Bulgarien und den kurdischen Gebieten – die in Mannheim geboren und aufgewachsen sind, mit Erlebnissen aus ihrem Schulalltag auseinander. Der Film soll die Gesellschaft und ihre Mitschüler*innen auf Themen wie Ausgrenzung, Mobbing, Diskriminierung und Rassismus in den Schulen aufmerksam machen. Gleichzeitig wollen sie durch den Film erste Lösungsvorschläge für die Zuschauer*innen liefern. So wurde auch die Idee des Films weitergedacht und in Form von Workshops zum Thema Diskriminierung und Rassismus mit Mitschüler*innen aus verschiedenen Mannheimer Schulen gearbeitet. Eine Fortführung des Projektes findet ab November 2021 unter dem Titel »GLOBAL DEMOCRATIC AKADEMIE« mit neuen Formaten statt, die sich weiter mit diesen Themen auseinandersetzen.

Elina Brustinova und Thilo Dieing, die den Abend moderierten, dankten allen Bewerber*innen für ihre Einsendungen, denn jedes Projekt, jedes Engagement trägt dazu bei, die Demokratie zu stärken.

Musikalisch wurde die Preisverleihung von den beiden Musiker*innen Julia Blumenschein und Jan Dittmann begleitet.

Am 15. Juli 2020 hatte das Bürgerbündnis mit Vertreter*innen aus Kultur, Kirche, Schule und Sport erstmals den Mannheimer Demokratiepreis ausgelobt. Gemeinsames Anliegen ist, die Bekenntnisse zur Demokratie und damit zur Zivilgesellschaft, zu Teilhabe und zu einem respektvollen Miteinander in den Mittelpunkt zu stellen und zu würdigen.
Der Initiator*innenkreis: Prof. Dr. Heidrun Deborah Kämper, Leibniz-Institut für Deutsche Sprache | Dekan Ralph Hartmann, Evangelische Kirche Mannheim | Aneliya Doeva-Neumüller, Interkulturelles Haus Mannheim e.V. | Elina Brustinova, Vorstand Stadtjugendring Mannheim e.V. | Thilo Dieing, Vorsitzender Stadtschülerrat Mannheim | Werner Herr, zivilgesellschaftlich und kulturell vielfach engagierter Mannheimer | Christian Holtzhauer, Schauspielintendant Nationaltheater Mannheim | Tim Sperber, Vorstandsmitglied Sportkreisjugend Mannheim | Lars Treusch, Regionsgeschäftsführer DGB | Prof. Dr. Alfried Wieczorek, Vorstandsvorsitzender der Bassermann-Kulturstiftung | Cem Cantekin, Alevitische Gemeinde Mannheim
(Doreen Röder, Öffentlichkeitsarbeit Nationaltheater)

Infos: www.demokratiepreis-mannheim.de

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